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Der israelische Friedenswille
17.04.2004








Abdel-Aziz al-Rantissi, der nach dem Tod von Scheich Ahmed Jassin neuer Führer der palästinensischen Organisation Hamas geworden war, ist bei einem israelischen Angriff getötet worden.

Ein israelischer Kampfhubschrauber vom Typ AH-64 Apache hatte auf das Fahrzeug al-Rantissis zwei Raketen abgefeuert, als dieses sich in der Nähe seines Hauses befand. Mit ihm wurden zwei Leibwächter und sein Sohn Mohammed getötet und 5 Passanten verletzt, berichtete AP.

Nach israelischen Angaben plante al-Rantissi einen schweren Anschlag auf Israel, andererseits sagten Quellen in der israelischen Regierung aber, daß bei der "erstmöglichen Gelegenheit" zugeschlagen worden sei, die Tötung al-Rantissis also schon länger geplant gewesen sei.

Bis zur Tötung des damaligen Führers der Hamas Yassin durch Israel hatte al-Rantissi eine "gemäßigte" Haltung gegenüber Israel eingenommen.

Diese "gezielte Tötung" mag Israel zwar wie ein Sieg erscheinen - der israelische Minister Uzi Landau sprach von einem "großen Erfolg" - mittelfristig dürfte dies allerdings nur die Entschlossenheit der Palästinenser stärken. Kurzfristig sind hierdurch in jeden Fall neue Anschläge zu erwarten. Dieser Ansicht ist offensichtlich auch die israelische Seite, die die Kontrollen nach dem Angriff verstärkte.

Allerdings ist auch die israelische Politik angesichts dieses erneuten Angriffs auf die palästinensische Führung geteilter Meinung. So beschuldigte der Oppositionspolitiker Jossi Beilin die Regierung, den Gaza-Streifen "im Blut zu ertränken".

Tatsächlich ist dieser erneute Angriff sicherlich ein weiteres Argument, mit dessen Hilfe weitere Anschläge auf israelischem Gebiet durchgeführt werden.

Trotz der Ermordung Yassins und der darauffolgenden entsprechenden Drohungen der palästinensischen Organisationen war es seitdem nicht zu den angekündigten schwerwiegenden Anschlägen auf israelische Zivilisten gekommen - ein Selbstmordanschlag auf einen israelischen Posten nur wenige Stunden vor dem Angriff auf al-Rantissi hat nicht nur ausschließlich israelische Sicherheitsbeamte verletzt und getötet sondern stand offenbar auch in keinem direkten Bezug zu dem Angriff auf al-Rantissi. Die Tatsache, daß diese "mangelnde" Aggressivität unter dem "Oberbefehl" al-Rantissis geschah könnte sehr leicht als Fehler und Schwäche ausgelegt werden, die nun "wettgemacht" werden muß.

Hier zeigt sich ein weiteres Mal, daß Israel unter dem derzeitigen Premierminister Ariel Sharon anscheinend nicht an einer friedlichen Lösung des Konflikts mit Palästina interessiert ist, sondern vielmehr versucht, die Auseinandersetzung möglichst aktiv zu halten.





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