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Die stillen Herrscher
20.04.2004








Am Montag hat der US-Präsident George W. Bush erklärt, daß der derzeitige UN-Botschafter der USA, John Negroponte, nach der "Machtübergabe" an die Iraker den Posten des US-Botschafters im Irak übernehmen soll.

Mindestens ebenso bemerkenswert wie die Wahl Negropontes für diese Aufgabe ist aber die Ankündigung, daß die zukünftige Botschaft im Irak mindestens 3.000 Angestellte haben wird.

Im Jahr 2002 waren insgesamt offiziellen Angaben zufolge weltweit 60.000 Menschen außerhalb der USA für die Vereinigten Staaten tätig. Das bedeutet, daß 5 Prozent aller im Ausland von den USA beschäftigten Menschen im Irak arbeiten würden, einem Land mit knapp 25 Millionen Einwohnern und einer Landfläche von 432.162 Quadratkilometern - knapp ein Viertel mehr als Deutschland.

Wirft man nun einen genaueren Blick auf die Vergangenheit des zukünftigen Botschafters, so lassen sich verschiedene Verdachtsmomente kaum vermeiden.

Im Jahr 1981 begannen die USA, verdeckt den Kampf gegen die Kommunisten in Honduras zu unterstützen. Ausbilder der CIA führten zusammen mit Argentiniern die Ausbildung der Mitglieder des "Bataillons 316" in der Nähe der Stadt Tegucigalpa durch.

Diese Einheit, die unter direktem Befehl von General Gustavo Alvarez Martinez, dem Oberkommandierenden der Armee des Landes, stand, war für Entführungen, Folter und Mord berüchtigt.

General Alvarez war mit dem Leiter der CIA in Honduras, Donald Winters, so eng befreundet, daß dieser ihn bat, Pate seiner Tochter zu werden. Ein anderer in der US-Botschaft stationierter CIA-Beamter besuchte regelmäßig das geheime Gefängnis INDUMIL. Dieses Gefängnis befand sich außerhalb der Zuständigkeit sowohl der honduranischen Behörden als auch der Justiz, die nach Entführungsopfern suchte.

Bereits Ende des Jahres 1981 war John Negroponte Botschafter der USA in Honduras geworden. In den folgenden Jahren wurden die Militärhilfen für das Land immer weiter aufgestockt, obwohl der US-Regierung bekannt war, daß Menschenrechte in dem Land massiv verletzt wurden.

Der frühere honduranische Kongreßabgeordnete Efrain Diaz Arrivillaga berichtete, daß er mehrfach mit US-Beamten in Honduras über dieses Thema gesprochen hat. Unter ihnen befand sich auch Negroponte.

"Ihre Einstellung bestand aus Toleranz und Schweigen", sagte er. "Sie brauchten Honduras als Basis mehr als daß sie darüber besorgt waren, daß unschuldige Menschen getötet wurden."

Berichte über diese Verbrechen tauchten, obwohl sie durch hunderte von Zeitungsberichten und Demonstrationen nicht zu übersehen waren, nie in den Menschenrechtsberichten der Botschaft auf. Diese Berichte wurden unter der direkten Leitung von Negroponte erstellt.

Vor einer Untersuchungskommission sagte er später aus, er habe keinerlei Kenntnis von den Verbrechen gehabt.

Tatsächlich hat er hier anscheinend äußerst "erfolgreich" mit der CIA zusammengearbeitet und soll nun - nachdem genügend Zeit vergangen ist - im Irak eine ähnlich erfolgreiche Operation leiten. Zumindest fällt es schwer, eine andere Erklärung dafür zu finden, daß die zukünftige "Botschaft" im Irak mit derart viel Personal ausgestattet werden soll.





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