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Scharfschützen mit 2.000 Pfund-Bomben
21.04.2004








In einem AP-Artikel vom Mittwoch schwärmt der amerikanische General T. Michael Mosley ausführlich von den neuen, präzisen Bomben und den Möglichkeiten, die sich für das Militär durch die Verbindung aller Waffengattungen ergeben.

Seinen Angaben nach fliegen US-Kampfflugzeuge derzeit täglich über 150 Einsätze im Irak. Hierbei dürfte es sich größtenteils um Kampfeinsätze handeln, auch wenn er darüber hinaus die Informationsgewinnung" nennt. Diese dürfte allerdings gegen einen Gegner, der sich zumeist in Städten aufhält und sich in zivilen Fahrzeugen oder zu Fuß bewegt, von einem Flugzeug aus, das sich mit mehreren 100 Stundenkilometern bewegt und sich aus Angst vor Boden-Luft-Raketen meist in großer Höhe aufhält, mehr als schwierig sein.

"Es ist nicht wie die klassische Kriegsführung", so Moseley. "Es ist viel mehr wie ein Scharfschütze, der auf einer Anhöhe sitzt... und nur einzelne Leute oder eine Gruppe von Leuten ausschaltet."

In vielen Fällen hätten Soldaten am Boden "als Sensoren für uns" gearbeitet, um Ziele auszumachen und daraufhin Luftschläge anzufordern, sagte er.

Bei dem Kämpfen in der Stadt Fallujah seien F-16 und F-15 der Air Force und F-14 der Navy eingesetzt worden, um Ziele anzugreifen. Daß er hierbei verschweigt, daß auch mehrfach AC-130 - Schlachtschiffe mit Tragflächen, ausgerüstet unter anderem mit einer seitlich montierten 105-Millimeter-Haubitze - eingesetzt wurden, sei nur am Rande erwähnt.

Auch erklärte Moseley, daß es nun möglich sei, eine 2.000-Pfund-Bombe so präzise abzuwerfen, daß es möglich ist, ein Ziel im Umkreis ihrer Länge von drei Metern zu treffen.

Aus rein technischer Sich mag es durchaus faszinierend sein, daß es möglich ist, mit einer solchen "gelenkten" Bombe ein Ziel derart genau zu treffen und die Begeisterung, die hier in den Aussagen des Generals durchscheint, gibt auch genau dies wieder.

Am vergangenen Freitag setzte das US-Militär eine solche 2.000 Pfund-Bombe gegen ein Haus in Fallujah ein, in dem Widerstandskämpfer "gesehen" worden waren.

"Kleinere" 500 Pfund-Bomben werden ebenso wie Streubomben Berichten zufolge kontinuierlich eingesetzt.

Betrachtet man die Wirkung einer solchen 2.000 Pfund-Bombe, so gewinnt man eine Vorstellung davon, warum bei den Kämpfen in Fallujah derart viele Zivilisten getötet und verletzt worden sind.

Der gezeigte Krater wurde auf einem Übungsgelände der US-Luftwaffe durch eine einzelne 2.000 Pfund-Bombe gerissen. Er hat eine Tiefe von 7 Metern und einen Durchmesser von 20 Metern.

Bei der Explosion entsteht ein Feuerball mit einer Temperatur von 4.700 Grad Celsius und eine Druckwelle von 10.300 Kilopascal, also dem hundertfachen des normalen Luftdrucks - bereits eine Druckwelle von 100 Kilopascal reicht aus, um Verletzungen zu verursachen.

Metallsplitter der Bombe werden über einen Kilometer weit geschleudert, größere Teile, wie die Spitze der Bombe sogar bis zu 2,5 Kilometer weit.

Den Einsatz einer solchen Waffe in einem Wohngebiet innerhalb einer Stadt als "gezielt" zu bezeichen kann nur noch menschenverachtend genannt werden.





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