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"Killing Field" Fallujah
23.04.2004








Im Rahmen des vom US-Militär mit "offiziellen Führern" der Stadt Fallujah - die tatsächlich in der Vergangenheit von eben diesen Besatzern auf ihre Posten gesetzt worden waren - ausgehandelten "Waffenstillstands" wurde den USA zugesichert, daß die Widerstandskämpfer ihre schweren Waffen abgeben würden.

Wie vorauszusehen war, ist dies bisher fast völlig ignoriert worden.

Der oberste General der US-Marines, Generalleutnant James T. Conway, bezeichnete einen Angriff des US-Militärs in den nächsten Tagen nun als "unvermeidlich".

Die Entwaffnung "hat bisher nicht stattgefunden und ich fange an, ein bißchen beunruhigt zu werden, daß sie das auch nicht tun wird, zumindest nicht in dem Ausmaß, das wir uns vorstellen", sagte er gegenüber dem "eingebetteten" Reporter Eric Schmitt im acht Kilometer von Fallujah gelegenen Hauptquartier der Marines.

"Es sind noch X Tage übrig", so Conway, der die - anscheinend durchaus vorhandene - Frist nicht nennen wollte. "In diesem Zeitraum müssen wir eine entschiedene Zusammenarbeit von Seiten der Iraker innerhalb der Stadt zur Entwaffnung sehen. Wenn das nicht passiert ist es unvermeidlich, daß wir rein gehen und diese Leute angreifen", sagte er.

Dem Bericht nach sind nicht nur weitere Truppen nach Fallujah verlegt worden, so daß sich mittlerweile 3.500 Marines auf die Erstürmung der Stadt vorbereiten, sondern die schon bisher eingesetzten Flugzeuge sollen außerdem durch mehrere AV-8B "Harrier" Kampfjets verstärkt werden. Offensichtlich bereitet man sich auf eine Bombardierung der Stadt vor.

Ein namentlich nicht genannter hochrangiger Offizier sagte, daß amerikanische Soldaten Fallujah bei Straßenkämpfen "innerhalb einiger Tage in ein Killing Field" verwandeln könnten. Der Begriff "Killing Field" (etwa: "Todesacker") wird vorrangig mit dem Regime der Khmer Rouge in Kambodscha in Verbindung gebracht. Dort starben unter ihrer Herrschaft 2 Millionen Menschen, fast 30 Prozent der gesamten Bevölkerung.

Ein anderer hochrangiger Offizier sagte: "Wir haben die Möglichkeit, das hier in ein Alamo zu verwandeln, wenn wir es falsch machen."

1836 hatten sich 145 Texaner angesichts der vorrückenden mexikanischen Armee unter dem General Antonio López de Santa Anna in die befestigte Mission Alamo zurückgezogen. In den kommenden zwei Wochen waren die Angreifer durch eintreffende Verstärkungen auf 2.000 Soldaten angewachsen. Einige Soldaten schafften es auch zur Mission vorzudringen, so daß den Angreifern schließlich 189 Männer gegenüberstanden. Am 6. März erstürmten die Mexikaner schließlich Alamo.

Dabei wurden alle 189 Texaner und schätzungsweise 200 Mexikaner getötet.





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