www.Freace.de
Impressum und Datenschutz


Nachrichten, die man nicht überall findet.




Die Demokratisierung Afghanistans
28.04.2004








Einer AP-Meldung vom Dienstag zufolge ist am 20. April in Afghanistan der erste Mensch seit dem Sturz der Taliban-Regierung hingerichtet worden.

Aus Sicht der USA hat das Land damit vermutlich einen weiteren großen Schritt hin zur Demokratie gemacht. In den USA sind im vergangenen Jahr 65 Menschen hingerichtet worden. Während der zwei Amtsperioden als Gouverneur des US-Bundesstaates Texas des derzeitigen US-Präsidenten George W. Bush wurden dort 138 Menschen hingerichtet.

Abdullah Shah wurde im Gefängnis Pul-e-Charkhi durch einen Kopfschuß getötet, nachdem der afghanische Präsident Hamid Karzai das Todesurteil unterzeichnet hatte.

In dem Verfahren, das hinter verschlossenen Türen stattfand, hatte Shah keinen Verteidiger und die ihn belastenden Zeugenaussagen lagen größtenteils nur schriftlich vor.

In einem ersten Verfahren war er wegen Mordes an 13 Zivilisten Anfang der 90er Jahre zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Einem Richter wurde daraufhin Bestechlichkeit vorgeworfen und entlassen. Im folgenden zweiten Prozeß wurde Shah auf Druck des Obersten Gerichtshofs zum Tode verurteilt.

Shah wurde vorgeworfen, mit äußerster Brutalität gegen Menschen vorgegangen zu sein, unter anderem soll er 3 seiner Frauen getötet haben, eine weitere erzählt, er habe sie mit kochendem Wasser übergossen.

Glaubt man allen Berichten - denen zufolge er insgesamt hunderte von Menschen getötet haben soll - so handelte es sich bei Shah sicherlich um einen krankhaften Psychopathen.

In einem Interview vor seinem Prozeß leugnete Shah die ihm zur Last gelegten Taten und sagte, die Anschuldigungen kämen von Feinden in einem Streit um Wasser und Land.

Amnesty International (AI) zeigte sich "schockiert" über die Hinrichtung, da Karzai der Organisation zugesichert hatte, daß ein Moratorium für die Todesstrafe bestehen würde.

AI vermutet, daß Shah hingerichtet wurde, um zu verhindern, daß er weitere, von AI nicht namentlich genannte Personen, die nun in politischen Machtpositionen sitzen, belastet. Während seiner Gefangenschaft hat er Berichten zufolge Beweise gegen mehrere regionale Kommandeure enthüllt, denen zufolge diese Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen haben.

Angesichts der für den September geplanten Wahlen in Afghanistan, bei denen höchstwahrscheinlich auch die von Shah belasteten Personen für Regierungsämter kandidieren werden, ist dieser Verdacht sicherlich nicht von der Hand zu weisen.





Zurück zur Startseite





Impressum und Datenschutz

contact: EMail