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Ist der Papst ein Antisemit?
30.04.2004








Bereits am Montag sprach der französische Journalist und Autor Clément Weill-Raynal in einer Sendung des "radio de la communauté Juive" (RCJ, "Radio der jüdischen Gemeinschaft") über die Weigerung des katholischen Papstes Johannes Paul II, eine Einladung zum Besuch einer jüdischen Synagoge in Rom anzunehmen und verurteilte dies scharf.

Der Papst war eingeladen worden, den Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen der großen Synagoge in Rom beizuwohnen. Im Jahr 1986 hatte er als erster Papst in der Geschichte eben diese Synagoge besucht, um so ein Zeichen für die Verbesserung der Beziehungen beider Religionen zu setzen.

Offiziell wurde für die Ablehnung zwar keine Erklärung gegeben, Mitarbeiter des Papstes sagten allerdings, daß die Entscheidung gefallen sei, um im israelisch-palästinensischen Konflikt nicht für eine Seite Partei zu ergreifen.

Diese Aussage hat Weill-Raynal offenbar äußerst erzürnt. So wirft er der katholischen Kirche vor, Partei für extremistische Moslems zu ergreifen und vergleicht den Standpunkt mit dem der Hamas, von der er behauptet, sie würden jeden Juden auf der Welt als Zionisten, als Erzfeind, betrachten.

Auf den ersten Blick mag seine Frage, was eine italienische Synagoge mit dem Vorgehen Israels zu tun habe, zwar angebracht klingen, tatsächlich wäre ein solcher Besuch gerade in der moslemischen Welt aber sicherlich als Parteinahme für Israel aufgefaßt worden.

Weill-Raynal hat schon in der Vergangenheit massiv reagiert, wenn Israel seiner Auffassung nach "angegriffen" wurde. So warf er beispielsweise der Presseagentur AFP vor, durch ihre Berichterstattung einseitig Partei für die Palästinenser zu ergreifen.

Die Vorwürfe Weill-Raynals haben eine fatale Ähnlichkeit mit den Aussprüchen des US-Präsidenten George W. Bush in dessen "Krieg gegen den Terror", als er sagte "wer nicht für uns ist, ist gegen uns" und sind sicherlich ebenso wenig geeignet, Vorurteile zu bekämpfen und Konflikte zu entschärfen.





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