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Folter und Verwarnungen
03.05.2004








Wie AFP am Montag berichtete, haben 7 weitere, an den Folterungen von Irakern im Gefängnis Abu Ghurayb beteiligte US-Soldaten "Verweise" erhalten.

Aufgrund dieser Verweise könnten die "Karrieren" der Soldaten nach Auskunft eines Mitglieds des US-Militärs zwar beendet sein, es ist aber in keiner Weise sicher, daß dies auch eintreten wird.

Seiner Ansicht nach sind die Ermittlungen gegen diese sieben Soldaten beendet und es würden keine weiteren Maßnahmen oder ein Kriegsgerichtsverfahren gegen sie ergriffen werden.

6 weitere Militärpolizisten sehen sich einer Anklage gegenüber.

Die Tatsache, daß nun sieben Soldaten praktisch keine Bestrafung erhalten, obwohl sie offensichtlich auf die eine oder andere Art an den Mißhandlungen beteiligt waren - selbst bloßes Schweigen wäre hier in jedem Fall ein Verbrechen - unterstützt die Vermutung der damaligen Kommandeurin der Einheit der Militärpolizisten, Brigadegeneral Janis Karpinski, daß sie und ihre Untergebenen "geopfert" werden sollen. "Wir sind entbehrlich", sagte sie über die Einstellung des Militärs gegenüber Reservisten wie ihre Einheit. "Warum sollten sie wollen, daß Leute im aktiven Dienst die Schuld auf sich nehmen? Sie wollen dies den Militärpolizisten anlasten und hoffen, daß die Sache vorübergeht", sagte sie.

Gleichgültig, ob diese Vermutung letztendlich wirklich den Tatsachen entspricht oder nicht wird eine derart kaum vorhandene Bestrafung der Verantwortlichen sicherlich dazu führen, daß der Haß auf die Besatzer weiter wächst. In ihren Augen wird dies vor allem bedeuten, daß das US-Militär mit den Folterungen einverstanden ist und bereit ist, die Folterer zu schützen.

Tatsächlich fällt es schwer, eine andere Erklärung hierfür anzunehmen. Sollte sich dieses Verhalten fortsetzen und weitere Soldaten faktisch straffrei davonkommen, während Iraker fordern, sie vor ein irakisches Gericht zu stellen, so scheint es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis es zu ersten öffentlichen Aufrufen kommt, das Recht selbst in die Hand zu nehmen.




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