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Massaker in Nigeria
08.05.2004








Unter Berufung auf einen Mitarbeiter des Internationalen Roten Kreuzes berichtete AP am Freitag, daß bei Massakern am vergangenen Sonntag und Dienstag in dem Dorf Yelwa in Zentralnigeria mindestens 500 Menschen getötet wurden.

Die ursprünglich auf 80 geschätzten Opferzahlen müssen nun anscheinend drastisch nach oben korrigiert werden, nachdem das Rote Kreuz unter Leitung von Umar Abdu Mairiga den Ort selbst besucht hat.

Mairiga schätzte ein von ihm besichtigtes Massengrab auf "500 bis 600 Tote". Yakubu Haruna, ein Stadtrat, schätzte, daß die Zahl der Todesopfer auf 600 ansteigen könnte.

Bei dem von dem in der Nähe des Ortes lebenden Stamm der Tarok begangenen Massaker dürfte es sich, auch wenn AP in der Meldung mehrfach betont, daß es sich bei den Dorfbewohnern um Moslems und bei den Angreifern um Christen handelte, vorrangig um die Eskalation eines seit Jahren andauernden Kampfs zwischen beiden Gruppen als um einen wirklichen Religionskrieg handeln. In der Vergangenheit sind in Nigeria unterschiedliche Religionen schon häufig als Argument benutzt worden, um in Wahrheit machtpolitisch motivierte Feldzüge gegen Zivilisten zu führen.

Erst im Februar kam es zu einem Angriff auf Christen, der Moslems angelastet wird. Dabei wurden 50 Menschen getötet, viele von ihnen Christen, die in einer Kirche Zuflucht gesucht hatten.

Bei den Angriffen ist fast der komplette Ort von den Tarok verwüstet worden. Hunderte, wenn nicht tausende von Häusern wurden von den Angreifern niedergebrannt.Mehrere tausend Menschen flüchteten vor den Kämpfen, mindestens 158 wurden verwundet und über 100, viele von ihnen Frauen und Kinder, von denen angenommen wird, daß sie entführt wurden, werden noch vermißt.

Am Mittwoch hatten Dorfbewohner einem AP-Reporter ein hinter einer Moschee gelegenes 20 Quadratmeter großes Gebiet gezeigt, von dem sie sagten, daß es sich dabei um die Grabstätte von 280 bei den Überfällen getöteten Menschen handelte. Über dem Gelände hing der Geruch von verwesenden Körpern.





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