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"Auge um Auge"
09.05.2004








Reuters berichtete am Samstag aus der Kleinstadt Cumberland im US-Bundesstaat Maryland, von wo mehrere der US-Soldaten stammen, die die auf veröffentlichten Bildern gezeigten Folterungen von irakischen Gefangenen begangen haben.

Nach Ansicht der überwiegenden Zahl der Befragten in dem Ort sind die Folterer demnach an ihren Verbrechen nicht wirklich schuldig - oder zumindest die Iraker ebenso mitschuldig.

Jamey Hill glaubt, daß die Bilder von nackten Gefangenen, aufgeschichtet oder in sexuellen Positionen, nichts im Vergleich zu den Bildern der toten, an einer Brücke hängenden Amerikanern seien. Offensichtlich ignoriert er hier die Tatsache, daß die Folterungen fast ein Jahr vor dem Entstehen dieser Bilder begonnen haben und verwechselt so Ursache und Wirkung.

Glenn Rice, ein Vietnamveteran, vermutete, daß "vielleicht jemand, den sie [die Soldaten] kannten, verletzt worden war". Es scheint unwahrscheinlich, daß er mit dem gleichen Argument irakische Widerstandskämpfer entschuldigen würde, obwohl die Wahrscheinlichkeit, daß es bei ihnen der Wahrheit entspräche, ungleich höher wäre.

Helen Forbeck, die am Empfang einer Versicherungsgesellschaft arbeitet, möchte die Kriegsverbrechen damit entschuldigen, daß die US-Soldaten weitaus länger im Irak bleiben mußten, als ihnen ursprünglich gesagt worden war. "Glauben Sie nicht, daß es etwas mit der Tatsache zu tun hat, daß man ihnen drei Mal gesagt hat, sie würden nach Hause kommen und dies drei Mal zurückgezogen wurde?", fragte sie. Würde diese Vermutung den Tatsachen entsprechen, so hätten allerdings eher der US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, der US-Präsident George W. Bush und andere Oberkommandierende des US-Militärs durch die Soldaten gefoltert werden müssen.

Eine der wenigen, die die Verbrechen für unentschuldbar halten, war Jessica Buzzard. "Mir ist egal, aus welchem Umfeld und welcher Kultur sie stammen, aber sie wie Tiere zu behandeln ist nicht richtig", sagte sie.

Der Vietnamveteran Robert Zalewski ist da offensichtlich anderer Ansicht. "Entschuldigung, aber wenn ich sehe, wie jemand meine Leute durch die Straßen zieht und sie an einer Brücke aufhängt - ich meine, die Bibel sagt sogar Auge um Auge", sagte er. "Leute versuchen dich umzubringen. Man muß sich selbst schützen", so Zalewski. Außerdem seien die Mißhandlungen durch die Soldaten nur "die Hälfte dessen, was sie [die Iraker] uns angetan haben."

Da Zalewski anscheinend so fest im Glauben verwurzelt ist, sollte er beten, daß die Iraker sich nicht ebenfalls nach dem von ihm bevorzugten "christlichen" Spruch "Auge um Auge" richten werden. Angesichts von bisher über 10.000 getöteten irakischen Zivilisten könnte sich dieser Grundsatz andernfalls als Bumerang erweisen.





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