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"Empört über die Empörung"
12.05.2004








Einer Reuters-Meldung vom Dienstag zufolge sind durchaus nicht alle Mitglieder der US-Regierung gleichermaßen von den Bildern oder gar den Folterungen selbst im Irak schockiert worden.

So sagte der Senator James M. Inhofe bei einer Senatsanhörung zu den Folterungen, er sei vielmehr "empört über die Empörungen".

"Ich bin vermutlich nicht der einzige an diesem Tisch der empörter über die Empörung als über die Behandlung ist", sagte er. "Diese Gefangenen sind nicht wegen Verkehrsvergehen dort", so Inhofe, womit er sicherlich Recht hat, da einem geheimen Bericht des Roten Kreuzes vom letzten Jahr, der nun an die Öffentlichkeit gekommen ist, nach Schätzungen von Mitarbeitern des militärischen Geheimdienstes 70 bis 90 Prozent der gefangengenommenen Iraker "fälschlicherweise verhaftet" worden sind.

"Wenn sie im Gefängnistrakt 1-A oder 1-B sitzen, diese Gefangenen, sie sind Mörder, sie sind Terroristen, sie sind Aufständische. Viele von ihnen haben wahrscheinlich amerikanisches Blut an ihren Händen und hier sind wir so besorgt über die Behandlung dieser Personen", so Inhofe weiter.

Inhofe ist also nicht nur der Ansicht, daß alle Gefangenen allein durch die Tatsache ihrer Gefangenschaft "schuldig" sein müssen und kein Gerichtsverfahren notwendig ist, um dies festzustellen, sondern außerdem, daß sie es daher verdient haben, mit Folter "behandelt" zu werden.

Ginge es nach Inhofe, so würde es in Zukunft keine solchen Berichte mehr geben.

"Ich bin außerdem empört darüber, daß derzeit so viele Gutmenschen überall in den Gefängnissen herumkriechen und nach Menschenrechtsverletzungen suchen während unsere Soldaten, unsere Helden kämpfen und sterben", sagte er.

Zwar wurde Inhofe für diese Aussagen kritisiert, allerdings anscheinend eher aus strategischen als aus moralischen Überlegungen heraus. So sagte Senator John McCain: "wenn wir irgendwie den Eindruck erwecken, daß wir tun, was immer notwendig ist und das humanitäre Gutmenschen in dieser Arena keinen Platz haben - wo ich glaube, daß das Internationale Rote Kreuz eine wichtige Rolle spielt - dann glaube ich, daß wir für unsere amerikanischen kämpfenden Männer und Frauen in zukünftigen Konflikten ernste Konsequenzen schaffen."

Er befürchtet also, daß "die Gegenseite" sich in Kriegen mit den USA ebenfalls nicht mehr an die Genfer Konventionen gebunden fühlen könnte, sollten die USA diese ignorieren.

Dies und Inhofes Position machen seine Aussagen zu mehr als denen eines "einzelnen, verwirrten Politikers".

Bereits im November des vergangenen Jahres hatte er sich in einem Untersuchungsausschuß, der den US-Oberstleutnant Allen B. West der Mißhandlung von Gefangenen beschuldigte, dafür ausgesprochen, ihn zu belobigen statt ihn zu bestrafen.

Im Dezember war West schließlich zur Zahlung einer Strafe von 5.000 US-Dollar verurteilt worden, mußte sich aber nicht vor einem Kriegsgericht verantworten und erhielt keine weitere Bestrafung wie einen Verweis oder eine Degradierung.





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