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Krieg im Gaza-Streifen
13.05.2004








Wie AP am Donnerstag berichtete, sind bei einem palästinensischen Angriff auf einen gepanzerten Truppentransporter erneut 5 israelische Soldaten getötet worden. Erst am Dienstag waren bei einem gleichartigen Angriff 6 Soldaten getötet worden.

Der arabische Sender Al-Jazeera berichtete, daß es sich bei den Angriffen nach Aussage der palästinensischen Organisation Islamischer Jihad um Racheakte für die Tötung mehrerer ihrer Anführer als auch des Gründers und geistigen Führers der Hamas, Scheich Ahmad Yassin, durch das israelische Militär handelte.

Israel reagierte mit mehreren Raketenangriffe auf das Flüchtlingslager Rafah im Gaza-Streifen. Dabei sind mindestens 10 Palästinenser getötet worden, es ist aber derzeit nicht klar, ob sich darunter auch Zivilisten befanden.

In der Zwischenzeit sind auch die Leichen der sechs bei dem ersten Angriff getöteten israelischen Soldaten ägyptischen Unterhändlern übergeben worden, die diese an Israel weitergeben werden. Als "Gegenleistung" hat die israelische Armee Al-Jazeera zufolge begonnen, sich aus al-Zaitun zurückzuziehen.

Die Angriffe auf die beiden Mannschaftstransporter sind sicherlich bemerkenswert. Nicht nur, daß hierdurch das israelische Militär in seiner bisher üblichen Vorgehensweise, in Gebiete einzudringen, dort Ziele anzugreifen und sich zumeist mit geringen Verlusten zurückzuziehen, empfindlich getroffen wird, viel wichtiger dürfte die sich hier andeutende Strategieänderung der palästinensischen Organisationen sein.

Wurden in der Vergangenheit durch palästinensische Bomben größtenteils israelische Zivilisten getötet und verletzt, so wurden hier nun gepanzerte Militärfahrzeuge mit Bomben und panzerbrechenden Waffen angegriffen und zerstört.

Einerseits zeigt dies die zunehmenden Möglichkeiten der palästinensischen Kämpfer, andererseits führt dies allerdings auch dazu, daß es in Zukunft wesentlich leichter fallen würde, hier von einem Krieg zu sprechen.

Derzeit bleibt abzuwarten, ob es sich hier nur um eine Ausweitung des Konflikts oder tatsächlich eine Abkehr von zivilen Zielen handelt. Sollte dies tatsächlich der Fall sein, so würde Israel hierdurch einen großen Teil seiner Argumentationsgrundlage für sein brutales Vorgehen in den besetzten Gebieten verlieren - und die israelische Regierung unter Ministerpräsident Ariel Sharon damit womöglich auch die Unterstützung der Bevölkerung.





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