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Wollte das Weiße Haus Fahrenheit 9/11 verhindern?
17.05.2004








Wie die britische BBC am Sonntag berichtete, hat Michael Moore, der Regisseur des Films Fahrenheit 9/11, gegenüber einem Publikum in der französischen Stadt Cannes, wo der Film am heutigen Montag seine Premiere haben wird, gesagt, daß das Weiße Haus Druck auf Filmfirmen ausgeübt hat, um das Erscheinen des Films zu verhindern.

Ohne Beweise vorzulegen oder Namen zu nennen sagte er, daß "jemand, der mit dem Weißen Haus und Verbindung steht" und "ein höchstrangiger Republikaner" Druck ausgeübt hätten.

Tatsächlich ist die Veröffentlichung durch das Studio Miramax, ein Tochterunternehmen von Disney, durch direktes Einschreiten von Disney verhindert worden. Nach Aussage des Konzerns sollte hierdurch eine Parteinahme vor den im November anstehenden Präsidentschaftswahlen in den USA verhindert werden. Vorwürfe, daß dies auf Druck von außen hin geschehen ist, wies Disney scharf zurück.

Tatsächlich bietet der Film mit dem Untertitel "die Temperatur, ab der die Freiheit brennt", der sich mit den Ereignissen vor und nach den Anschlägen des 11. Septembers 2001 und den Verbindungen der Bush-Familie und der bin Laden-Familie sowie dem Irakkrieg beschäftigt, offenbar ausreichend Informationen, um Einfluß auf das Wahlergebnis auszuüben.

So berichtete Moore von Probeaufführungen im mittleren Westen der USA: "Die Reaktion war überwältigend. Leute, die auf der Kippe standen - unentschlossene Wähler - standen plötzlich nicht mehr auf der Kippe. Es ist sicherlich eine Sache, von der die Bush-Regierung nicht möchte, daß die Menschen sie sehen."

Moore ist es nach eigener Aussage gelungen, drei Kamerateams bei US-Einheiten im Irak "einzuschleusen". Ihnen gegenüber drückten die Soldaten "Enttäuschung darüber, daß sie belogen worden waren" aus. Die Aufnahmen aus dem Irak bilden Moore zufolge einen "sehr wichtigen Teil" des Films.

Auch wenn Moore weder Beweise noch Namen für die von ihm behauptete Einflußnahme von Seiten der Regierung vorgelegt hat, so dürften doch kaum Zweifel daran bestehen, daß dies den Tatsachen entspricht. Da die Umfrageergebnisse für George W. Bush derzeit immer schlechter ausfallen könnte ihm dieser Film tatsächlich den entscheidenden Stoß versetzen. Daher scheint es nur logisch, daß versucht wurde, die Veröffentlichung zumindest auf die Zeit nach den Wahlen zu verschieben.

Daß Disney den Versuch, offenbar genau diesem Wunsch nachzukommen, als "Unparteilichkeit" darstellen möchte, zeigt deutlich die Geisteshaltung des Konzerns, schließlich sollten den Bürgern hier ja offensichtlich Informationen vorenthalten werden, die sie in die Lage versetzen würden, ihre Wahlentscheidung zu überdenken.





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