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Texas richtet Geisteskranken hin
19.05.2004








Wie AP am Mittwoch berichtete, ist der 50-jährige Kelsey Patterson im US-Bundesstaat Texas am Dienstagabend durch eine Giftinjektion hingerichtet worden.

Patterson war schuldig gesprochen worden, 1992 Dorothy Harris, eine 41-jährige Sekretärin einer Ölfirma in Palestine, 150 Kilometer südöstlich der Stadt Dallas und den 63-jährigen Louis Oates, ihren Chef, erschossen zu haben.

Ärzte hatten Patterson als paranoid und shizophren diagnostiziert, dies hinderte den Gouverneur von Texas, Rick Perry, allerdings nicht daran, die höchst ungewöhnliche Empfehlung des Bewährungsausschusses des Bundesstaates, ihn zu begnadigen, zu ignorieren.

Der Oberste Gerichtshof der USA hat es zwar als verfassungswidrig bezeichnet, einen geistig behinderten Menschen hinzurichten oder wenn die hinzurichtende Person nicht weiß, warum sie hingerichtet werden soll oder daß dies geschehen soll, hat aber in diesem Fall abgelehnt, eine Aufschiebung der Hinrichtung zu verhängen.

Diese Entscheidung hatte dazu geführt, daß Charles Laverne Singleton mit Medikamenten behandelt wurde, um ihn so in einen Bewußtseinszustand zu versetzen, der seine Hinrichtung gemäß des Urteils gestattete. Er wurde am 6. Januar 2004 hingerichtet.

Bereits vor zwei Monaten war die geplante Hinrichtung Pattersons von Amnesty International kritisiert worden.

Sowohl in der Zeit seiner Gefangenschaft als auch während des Gerichtsverfahrens hat er immer wieder davon gesprochen, daß er durch Implantate von anderen Menschen kontrolliert würde und daß es sich um eine Verschwörung gegen ihn handeln würde. Auch lehnte er es ab, seine Anwälte anzuerkennen, da er glaubte, sie wären Teil dieser Verschwörung. Seine wütenden Ausbrüche führten dazu, daß er mehrfach von dem Verfahren ausgeschlossen wurde.

Es gibt weder Zweifel daran, daß er die Morde begangen hat - nach der Tat entkleidete er sich und ging auf der Straße auf und ab - noch, daß er geisteskrank ist.

Dies wird auch nicht von Gouverneur Perry bestritten, vielmehr sieht er es sogar zumindest als einen der Gründe für die Hinrichtung an.

"Dieser Angeklagte ist eine sehr gewalttätige Person. Texas hat nicht die Möglichkeit eine lebenslängliche Strafe ohne eine mögliche frühzeitige Entlassung zu verhängen und niemand kann garantieren, daß dieser Angeklagte niemals freigelassen werden würde, sollte seine Verurteilung umgewandelt werden", so Perry in einer Erklärung.

Perry ist also der Ansicht, daß die Hinrichtung einem Behandlungsversuch deutlich vorzuziehen ist und war offenbar ebenfalls der Meinung, daß eine Gesetzesänderung, die sichergestellt hätte, daß Patterson niemals freigelassen worden wäre, ebenfalls nicht in Betracht käme.

Die hier gezeigte Menschenverachtung kommt jener, die bei der "Begründung" der Euthanasieverbrechen der Nazis zu Tage trat, schon erschreckend nahe.





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