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Israel verhaftet britischen Journalisten
27.05.2004








Am Donnerstag berichtete AP, daß die israelische Polizei den britischen Journalisten verhaftet hat, der im Jahr 1986 Mordechai Vanunu interviewte, wodurch das israelische Atomwaffenprogramm enthüllt wurde.

Damals arbeitete der Journalist Peter Hounam für die britische Zeitung Sunday Times, jetzt war er im Auftrag des Senders BBC nach Israel gereist. Eine Sprecherin der BBC sagte, der Sender sei "sehr besorgt" über die Verhaftung, wollte aber keinerlei weitere Informationen über ihn geben. Auch Fragen, wo er verhaftet worden ist und ob er sich mit Vanunu getroffen hat wurden nicht beantwortet.

Vanunu war von 1976 bis 1985 Techniker in dem israelischen Atomreaktor in Dimona, dessen Bau bereits im Jahr 1964 mit intensiver französischer Hilfe fertiggestellt worden war. Als er entdeckte, daß die Anlage insgeheim zur Herstellung von Atomwaffen diente, wandte er sich an die Times. Durch die von ihm vorgelegten Bilder und Daten ließ sich vermuten, daß Israel bereits 1986 im Besitz von über 100 Atombomben war.

Vanunu, der sich zu dem Zeitpunkt der Enthüllung in London aufhielt, wurde daraufhin nach Rom gelockt, wo er gefangengenommen und dann nach Israel gebracht wurde. Dort wurde er in einem geheimen Prozeß wegen "Verrat" und "Spionage" zu 18 Jahren Haft verurteilt. Bereits Mitte der 60er Jahre war die amerikanische CIA zu dem Schluß gekommen, daß Israel ein laufendes Atomwaffenprogramm besaß, was allerdings zu keiner Zeit zu politischen Konsequenzen geführt hat.

Vanunu mußte seine Strafe komplett absitzen und wurde am 21. April dieses Jahres freigelassen, allerdings unter anderem mit der Auflage, daß er keine Interviews geben und sich nicht mit Ausländern treffen darf.

Selbst wenn sich Hounam mit Vanunu getroffen oder dies geplant haben sollte, so kann dies sicherlich nicht als Begründung für seine Verhaftung angesehen werden, da die Auflage einzig und allein Vanunu betraf.

Hounams Verhaftung ist nicht nur eine massive Verletzung der Pressefreiheit sondern kann nur als späte Rache Israels für die Veröffentlichung des "Staatsgeheimnisses" gedeutet werden, unabhängig von den vermutlich in den nächsten Tagen gegen ihn erhobenen Vorwürfen.





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