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Al-Qaida gewinnt
31.05.2004








Am Montag berichtete die australische The Age, daß sich asiatische Analysten auf einer Sicherheitskonferenz in Malaysia überzeugt zeigten, daß die USA den "Krieg gegen den Terror" bereits verloren haben und Al-Qaida daraus als Sieger hervorgeht.

Mohamed Jawhar Hassan, der Generaldirektor des Institute of Strategic and International Studies (ISIS), das die Konferenz mit über 100 internationalen Teilnehmern organisiert hatte, sagte, daß Al-Qaida zwar einige seiner Stützpunkte in Afghanistan verloren habe, die oberste Führungsebene der Organisation aber weiterhin vollständig intakt sei und Al-Qaida daher weiterhin in der Lage sei, schwere Anschläge zu verüben.

"Der von den USA geführte internationale Krieg geht verloren, während das internationale Netzwerk Al-Qaida gewinnt", sagte er.

Auch Barry Desker, Direktor des in Singapur ansässigen Institute of Defence and Strategic Studies (IDSS), zeigte sich überzeugt, daß die amerikanische Vorgehensweise falsch ist.

"Die Antwort kann nicht militärisch sein. Das ist ein grundlegender Fehler der USA", so Desker. Außerdem habe der Irakkrieg und die anschließende Besetzung des Landes zahlreiche Moslems dazu gebracht, einen "heiligen Krieg" gegen die USA zu führen.

"Der Irak wird als Mittelpunkt des Jihad angesehen", sagte er. Nicht zuletzt, weil Al-Qaida die Ansicht verbreite, daß die US-geführte Besetzung des Iraks ein Anzeichen für einen Plan, die islamische Identität aufzulösen sei, so Desker auf der drei Tage dauernden Konferenz.

Nordin Sopiee, Vorsitzender von ISIS, sagte, der "Krieg gegen den Terror" würde verloren werden, weil "wir das Meer des Hasses vergrößert haben und den Vorrat an tiefsitzender Wut vergrößert haben."

Auch der Vizepräsident für internationale Beziehungen in Asien des US-Flugzeugherstellers Boeing, Stanley Roth, zeigte sich besorgt, wollte allerdings offenbar derart deutliche Worte vermeiden, als er sagte "der Krieg wurde nicht gewonnen".

Tatsächlich kann es bei objektiver Betrachtung kaum als bahnbrechende neue Erkenntnis bezeichnet werden, daß Terroristen sich weder durch schwere Bombardements eines ganzen Landes, die Behandlung von Kriegsgefangenen im offenen Widerspruch zu internationalem Recht oder die Eroberung eines offenbar völlig unbeteiligten Landes an ihrem Tun hindern lassen sondern all dies vielmehr dazu führt, daß sie aus den Menschen der betroffenen Länder vielmehr eine große Zahl neuer Mitglieder rekrutieren können. Auch die Zahl von Nachahmern, die in keiner direkten Verbindung zu den ursprünglich bekämpften Terroristen stehen, sich aber nun mit deren Zielen identifizieren, steigt hierdurch sicherlich an.

Daß diese Ansicht nun aber auch auf einer internationalen Konferenz zum Thema Terrorismus vertreten wurde, ist sicherlich doch bemerkenswert. Die Wahrscheinlichkeit, daß dies nun zu einer grundlegenden Änderung der US-Politik führt, kann zwar nur als verschwindend gering bezeichnet werden, andererseits könnte dies dazu beitragen, daß es den USA bei der Versammlung vor dem nächsten Krieg noch schwerer fallen wird, eine "Koalition der Willigen" zusammenzustellen.





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