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Marionetten, die an Fäden rütteln
31.05.2004








Wie AP am Montag berichtete, kommt es im Irak derzeit zu einer kleinen Protestwelle innerhalb des von den USA eingesetzten irakischen "Regierungsrates".

Während eine Mehrheit der Mitglieder des "Regierungsrates" den 45-jährigen Ghazi Mashal Ajil al-Yawer zum zukünftigen Präsidenten des Iraks wählen wollen, wollen die USA offenbar um jeden Preis den von ihnen bevorzugten, 81 Jahre alten Adnan Pachachi auf diesem Posten sehen.

Obwohl es sich hierbei nur um einen repräsentativen Posten ohne wirkliche Machtbefugnisse handeln soll, scheint die US-Führung den mehrheitlich bevorzugten Kandidaten al-Yawer auf keinen Fall hinnehmen zu wollen. So hat der US-Verwalter des Iraks, L. Paul Bremer, einem Bericht der irakischen, von den USA unterstützten Tageszeitung Al-Sabah zufolge al-Yawer aufgefordert, seine Kandidatur zurückzuziehen, was dieser aber ablehnte.

Sondul Chapouka, die Mitglied des "Regierungsrats" ist, sagte gegenüber APTN, daß Bremer den "Rat" darüber informiert habe, daß nun zwei weitere Kandidaten für das Amt des Präsidenten vorhanden seien.

Ein weiteres Mitglied des "Rats", Younadem Kana, bestätigte, daß es nun zwei weitere Kandidaten für das Präsidentenamt gäbe, um so den toten Punkt zu überwinden. Er wußte allerdings nicht, um wen es sich dabei handelt.

Hier zeigt sich ein weiteres Mal, wie wenig eigene Macht der irakische "Regierungsrat" in Wahrheit besitzt. Nicht nur, daß eine Wahl des von der Mehrheit bevorzugten Kandidaten verhindert wird, offenbar werden die Mitglieder nicht einmal darüber informiert, wer als neue Kandidaten von den USA ins Rennen geschickt werden.

"Als Regierung sollten wir wissen, wer die Personen sind, die diese Posten übernehmen", sagte Chapouka.

Tatsächlich ist die Ablehnung al-Yawers aber kaum verwunderlich. Pachachi hat nicht nur gute "Beziehungen" zu den USA, sondern hat auch bereits gesagt, daß er die Anwesenheit ausländischer Soldaten im Irak über den Zeitpunkt der geplanten "Machtübergabe" hinaus für notwendig hält.

Al-Yawer andererseits hat amerikanische Besatzung scharf kritisiert und die USA für die sich immer weiter verschlechternde Sicherheitslage im Irak verantwortlich gemacht.

Daß die von den USA gemachte, offenbar keine andere Lösung zulassende "Vorgabe" für die Wahl des zukünftigen irakischen Präsidenten von Mitgliedern des "Regierungsrats" offen kritisiert wird und sie sich offen weigern, sich dem US-Willen zu beugen, zeigt, daß selbst diese amerikanischen Marionetten mit ihrer Rolle immer unzufriedener werden und der US-Kontrolle entgleiten.





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