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(GEBIETE der) freien Meinungsäußerung in den USA?
01.06.2004


Ward Reilly






"Gebiete der freien Meinungsäußerung" in den USA? Ich dachte, unsere ganze Nation wäre ein "Gebiet der freien Meinungsäußerung". Ich dachte, daß es das wäre, was mit "freier Meinungsäußerung" in unserer Verfassung gemeint sei. Daß wir alles sagen können, was wir wollen, überall auf öffentlichem Gelände, auf dem wir es sagen wollen. Was habe ich da nur gedacht? Willkommen zu "freie Meinungsäußerung, 2004, à la Bush".

Am Morgen des Freitags, dem 21. Mai 2004, während eines Besuchs des Präsidenten George Bush in meiner Stadt erfuhr ich, was es heißt in einem Land zu leben, in dem "freie Meinungsäußerung" etwas völlig anderes bedeutet, wenn man dem, was der Präsident und/oder sein Kabinett in deinem Namen getan haben, nicht zustimmt.

Am Morgen des Freitags, dem 21. Mai 2004, versammelten sich alle guten "pro-Bush"-Bürger in Baton Rouge, Louisiana, am Straßenrand des Dalrymple Drive in der Hoffnung, einen Blick auf den mächtigsten Mann der Erde erhaschen zu können, wenn er an ihnen auf dem Weg zu seiner Rede vor den Absolventen der Louisiana State University vorbeikommen würde.

SUPERMAN an der LSU? Nicht ganz, aber Präsident George W. Bush war hier. Nun ist der Besuch eines Präsidenten an sich schon eine ziemliche Ehre, irgendwie, aber Bushs Fans auf dem Dalrymple Drive hatten an dem Tag einfach kein Glück. Der Präsident nahm einen anderen Weg zum Versammlungszentrum und gingen die Bush-Fans ihrer Wege, ohne einen Blick auf IHREN Führer geworfen zu haben.

Ich andererseits, ein alter Infanterie-Veteran längst vergangener Zeiten, wurde gezwungen, 30 Meter vom Dalrymple Drive entfernt zu stehen, direkt in der Sommersonne Louisianas, versteckt hinter einigen der riesigen Eichen, die bei der Highland Road entlang des Dalrymple Drives stehen, obwohl ich, mit mehreren anderen Gruppen, geplant hatte, am STRASSENRAND des Dalrymple Drive zu protestieren.

Aber weil ich nicht "pro-Bush" war und weil ich ein SCHILD trug wurde mir nicht erlaubt zu tun, was ich geplant hatte. Ein Protestschild, wie verschlagen! Wie GEFÄHRLICH!
Das reicht aus, um die Verfassung außer Kraft zu setzen, richtig? FALSCH!

Am Freitag, dem 21. Mai bei der LSU wurde "freie Meinungsäußerung", wie sie vom Gesetz beschrieben wird, nur jenen "kriegsgegnerischen" Bürgern gewährt, die bereit waren, sich in ein abgesperrtes Feld von 10 mal 10 Metern, 30 Meter von der Straße entfernt, zu stellen. Auf meinem Schild stand "Veteranen für Frieden, Kein KRIEG" auf der einen Seite und "Die DUBYA-MDs SIND IM WEISSEN HAUS" auf der anderen Seite. Nicht wirklich kontrovers. Nicht wirklich bedrohlich. Es sagte nur aus, daß ich gegen diesen Irak-"Krieg" bin und daß ich den Präsidenten nicht mag. Ich war schon lange bevor er überhaupt begonnen hatte, gegen diesen Krieg und das wird so bleiben, bis der letzte US-Soldat von dort nach Hause zurückgekehrt ist.




Mein Schild ängstigt unseren Präsidenten. Warum? Mein Schild hat mich meine verfassungsmäßigen Rechte gekostet. Warum? Ich weigerte mich, in dem "Gebiet der freien Meinungsäußerung" zu stehen, daß von der Polizei der LSU abgeteilt worden war, obwohl es lustig gewesen wäre, wenn sich alle Demonstranten in das kleine Viereck gestellt hätten und immer wieder "MUH" gesagt hätten, wie es Kühe tun.

Was wir aber am Ende der Demonstration taten, war in das abgeteilte Viereck hineinzugehen, die Stangen, an denen die Bänder befestigt waren, herauszuziehen und innerhalb des weltweit ersten von einer Regierung bereitgestellten "mobilen Gebiets der freien Meinungsäußerung" auf der Paradefläche der LSU herumzugehen. Fox News filmte das ganze und zeigte uns sogar auf New Orleans TV, wie wir in unserem erbeuteten "Gebiet der freien Meinungsäußerung" umhergingen.




Um noch einen draufzusetzen hatten wir eine offizielle Genehmigung, gegen diesen Krieg und Präsident Bush zu demonstrieren, eine Genehmigung des Secret Service, wie dies von der Polizei der LSU gefordert wurde. Als unsere Gruppe von Demonstranten an jenem Morgen am Dalrymple Drive ankam um gegen den Besuch zu protestieren, sagte uns ein Polizist der LSU, daß wir uns aus "Sicherheitsgründen" in ein 10 Meter großes, eingezäuntes Viereck, 30 Meter vom Dalrymple Drive entfernt, stellen müßten und drohte uns mit Verhaftung, sollten wir dies nicht tun. Wir weigerten uns, uns dort hinein zu stellen, aber wir wurden nicht verhaftet.

Genau gegenüber des "Gebiets der freien Meinungsäußerung" standen ungefähr 25 "pro-Bush"-Bürger entlang der Straße und warteten auf den Präsidenten. Ich war als Sprecher der Gruppe ausgewählt worden, also fragte ich den Polizisten: "warum können diese Leute am Straßenrand stehen, aber wir nicht?" Der Polizist antwortete - und ich zitiere - "weil sie pro-Bush sind und keine Schilder haben"... verdammt, es lag an meinem Schild!!

Ich möchte dies nochmals klarstellen und dem Leser die Entscheidung überlassen, was an diesem Bild falsch ist. "Wenn man "pro-Bush" ist, braucht man keine Erlaubnis, um am Rand der Straße zu stehen, und keine Sicherheit ist notwendig, wenn man sich entschließt, so dicht an den präsidenten heranzukommen, wie es nur geht. Die Polizei hat keinen von ihnen kontrolliert, hat sie nicht nach Genehmigungen gefragt und hat es den Leuten gestattet, die Straße im Abstand von Zentimetern dorthin, wo der Präsident vorbeikommen würde, zu säumen.

Wenn ich also ein Terrorist oder ein Attentäter wäre und versuchen würde, unseren Präsidenten zu "treffen", alles was ich tun müßte, um ihm bis auf wenige Zentimeter nahe zu kommen wäre, nichts zu sagen, keine Genehmigung zu bekommen und kein Schild zu tragen. Ich verstehe es einfach nicht. Verstehst Du es?

Erwähnte ich, daß eine MENGE Männer und Frauen im Krieg gestorben sind, weil sie glaubten, daß ihr Opfer garantieren würde, daß so etwas weder mir noch Dir jemals in den Vereinigten Staaten von Amerika passieren würde? Vielleicht wäre es, wenn unser Präsident gekommen wäre, als es für ihn an der Zeit war zu kämpfen, uns nicht passiert, ALS er irgendwo kam, wie hier in Baton Rouge am 21. Mai 2004?

Schön, daß Du da warst, George. Zumindest, wenn man der "pro-Bush-kein-Schild-tragend-für-Krieg"-Typ ist. Bitte komm nicht wieder her. Du hättest ein weltweiter Held sein können, statt ein weltweiter Krimineller zu sein, zumindest in meinen Augen. Hättest sein können, aber jetzt nicht mehr. Die Infanterie war nicht so schlimm für mich... ich bin hier. Zumindest kann ich noch über "freie Meinungsäußerung" schreiben, selbst wenn ich sie nicht ausüben kann. Peace, George, aus Baton Rouge. Beende den Krieg und bring die Soldaten JETZT nach Hause.

P.S.: Ich habe das "Gebiet der freien Meinungsäußerung" erbeutet und jetzt ist es eine "Antikriegstrophäe" in meinem Musikzimmer, zusammen mit meinen militärischen Auszeichnungen und Orden. Ich denke, ich kann mit Sicherheit sagen, daß es das weltweit einzige ERBEUTETE und PORTABLE "Gebiet der freien Meinungsäußerung" ist und ich werde es für den Rest meines Lebens in Ehren halten. "Gebiete zur freien Meinungsäußerung" in den USA, NIEMALS!







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