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Öko-Terroristen?
01.06.2004








Der in diesem Artikel vorgestellte Gedankengang wird von vielen sicherlich als zynisch, menschenverachtend und/oder als das Gutheißen von Terrorismus mißverstanden werden.

Tatsächlich haben die Terroristen, die am vergangenen Wochenende in Saudi-Arabien in der Stadt Khobar durch die Geiselnahme, die schließlich zum Tod von insgesamt 22 Menschen geführt hat, einen massiven Anstieg der Ölpreise verursacht.

Dies wiederum hat dazu geführt, daß auf der derzeit in Bonn stattfindenden Weltkonferenz zum Thema erneuerbare Energien plötzlich die Politiker erstaunlich geneigt scheinen, Maßnahmen zu ergreifen, die tatsächlich zu einem starken Schub für erneuerbare Energien führen könnten.

Was jahrelang nicht durch wissenschaftliche Studien, internationale Proteste von Millionen von Menschen und besorgte Stimmen einzelner Politiker gefordert worden war, nämlich ein Abkehr von der bisherigen Politik des verschwenderischen Umgangs mit den vorhandenen Öl-, Gas- und Kohlereserven, wurde nun durch diesen - und vorhergehende - Anschläge und die damit durch "Zukunftsängste" - oder auch das Nutzen von Profitmöglichkeiten - stark gestiegenen Ölpreise bewirkt.

Zweifellos sind terroristische Anschläge zu verurteilen. Die Ermordung von Zivilisten, gleichgültig, in welcher Branche sie ihr Geld verdienen, ist ein Verbrechen. Und aller Wahrscheinlichkeit nach gehört die Aufrüttelung der Welt hinsichtlich der Ressourcenverschwendung und der damit verbundenen Zerstörung der Umwelt und der zu erwartenden Klimaveränderung nicht im entferntesten zu den Zielen der Terroristen.

Die bisherige Politik, die sich nicht im geringsten darum kümmerte, welche Folgen die ungebremste Verschwendung der vorhandenen Ressourcen zumindest für die nachfolgenden Generationen haben wird, könnte angesichts der zu erwartenden Folgen, die letztlich durch starke Klimaveränderungen - gleichgültig, in welche Richtung diese letztenendes stattfinden werden - zum Tod von tausenden von Menschen führen dürften, ebenfalls als verbrecherisch bezeichnet werden, auch wenn eine derart langfristige Sichtweise nicht Bestandteil des Strafgesetzbuchs ist.

Bisher war der Begriff "Ökoterroristen" für Menschen oder Gruppierungen verwendet worden, die in ihrem Anliegen, für den Schutz von Natur und Umwelt einzutreten, rücksichtslos gegen Menschen vorgingen.

Das durch die Anschläge der letzten Zeit, die sich gegen die Ölversorgung der Welt aus dem Mittleren Osten richteten, aufgerüttelte Bewußtsein der Menschen für die Problematik, daß die Energieversorgung mindestens mittelfristig auf einer anderen Grundlage als bisher beruhen muß, sollte neben der zwingend erforderlichen Verfolgung der Verantwortlichen vor allem als Chance begriffen werden.





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