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Bestenfalls 300.000 Tote
03.06.2004








Sollte die dringend erforderliche Hilfsaktion in der Region Darfur im Sudan umgehend beginnen, so würde ein Drittel der über eine Million Menschen dort sterben, so eine Einschätzung eines US-Abgesandten nach einem UN-Treffen einem AFP-Bericht zufolge.

"Wir schätzen zu diesem Zeitpunkt, daß, wenn wir Hilfslieferungen hineinbringen, wir ein Drittel von einer Million Menschen verlieren werden und wenn wir es nicht tun könnte die Todesrate dramatisch höher sein, bis zu einer Million Menschen", sagte der Leiter der US Agency for International Development (USAID, "US-Behörde für internationale Entwicklung") Andrew Natsios nach einem hochrangigen Treffen der Vereinten Nationen.

Die Plünderungen, Vergewaltigungen und Ermordungen durch von der Regierung des Landes unterstützte Janjaweed-Milizen haben zur Vertreibung des überwiegenden Teils der Bevölkerung geführt. 150.000 Menschen sind bis über die Grenze in den Chad geflüchtet.

Die Regenzeit in dem Gebiet steht unmittelbar bevor. Nach ihrem Beginn wird die Versorgung der Flüchtlinge auf dem Landweg praktisch unmöglich sein. 700.000 bis 800.000 Menschen werden nach Schätzungen der UN in den nächsten Monaten die Vorräte, die sie für das Überleben benötigen, ausgehen.

"Wir geben zu, daß wir spät dran sind. Die Beschränkungen waren so groß, einige Behörden waren so langsam, einige Geberländer waren so langsam, die Einschränkungen der Regierung waren so zahlreich", sagte Jan Egeland, stellvertretender UN-Generalsekretär für humanitäre Angelegenheiten. "Und die Janjaweed-Milizen sind gegenüber der Bevölkerung so brutal vorgegangen, daß wir selbst unter besten Bedingungen eine humanitäre Krise von enormen Ausmaßen haben werden."

Nach Aussagen der UN werden bis zum Ende des Jahres 236 Millionen US-Dollar für Hilfslieferungen in der Region benötigt.

Offenbar bezog sich der UN-Generalsekretär Kofi Annan bei seiner Rede am 7. April dieses Jahres, in der er zusicherte, daß alles getan würde, um die Wiederholung eines Völkermords wie 1994 in Ruanda zu verhindern, tatsächlich nur auf militärische oder anderweitig gewalttätige Auseinandersetzungen.

Der Tod von mehreren hunderttausend, womöglich einer Million Menschen aufgrund mangelnder Versorgung - auch wenn dies wiederum durch Kämpfe verursacht wurde - scheinen für ihn nicht Bestandteil seines Versprechens zu sein.

Die USA haben zugesichert, in den kommenden 18 Monaten 188 Millionen US-Dollar für die Hilfe im Sudan zur Verfügung zu stellen, weitere Zahlungen kommen aus der Europäischen Union. Angesichts der Kosten von 4 bis 5 Milliarden monatlich für die Besetzung des Iraks allein von Seiten der USA zeigt sich aber, wie "großzügig" der "Westen" hier tatsächlich ist.

Über die Entsendung von UN-Truppen zur Durchsetzung des vereinbarten Waffenstillstands wird dabei noch nicht einmal gesprochen. Insgesamt sind bisher 6 UN-Beobachter in ein Gebiet von der Größe Frankreichs entsandt worden.





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