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Der alltägliche Tod
06.06.2004








Medienberichte über Kämpfe im Irak sind in letzter Zeit immer seltener geworden. Dies bedeutet allerdings keineswegs, daß sich das Land mittlerweile auf dem Weg in eine friedlichere Zukunft befindet.

Dieser hier "gefühlte Frieden" gibt aber mitnichten die tatsächliche Situation im Irak wieder, sondern belegt nur die zunehmende Unlust der Medien, über die Kämpfe im Irak und die damit verbundenen Opfer auf beiden Seiten zu berichten.

Berichtete über getötete irakische Kämpfer und Zivilisten werden ebenso wie Meldungen über getötete amerikanische Soldaten immer häufiger durch andere Meldungen verdrängt. Dies mag im Hinblick auf die Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag des Beginns der alliierten Invasion in der Normandie noch nachvollziehbar sein, die großangelegten Artikel über den Tod des früheren US-Präsidenten Ronald Reagan hingegen muten da schon seltsamer an.

Nicht nur, daß der Tod des 93-Jährigen, der seit Jahren an Alzheimer litt, kaum als überraschend bezeichnet werden kann und sowohl für ihn als auch seine Angehörigen letztlich eher eine Erlösung darstellen dürfte, die nun überall bekundete "Trauer" um ihn vergißt offensichtlich viele seiner "Verdienste". Hier seien nur die Unterstützung der Contras in Nicaragua, die nur auf Unternehmen ausgerichtete Wirtschaftspolitik und seine Aufrüstungspolitik zum "Schutz" vor "den Kommunisten" erwähnt.

Tatsächlich gehen die Kämpfe im Irak unvermindert weiter.

Bei der Explosion einer Autobombe vor einer US-Basis in der irakischen Hauptstadt sind einer Reuters-Meldung vom Sonntag zufolge 9 Menschen getötet und dutzende weitere, darunter 2 US-Soldaten, verletzt worden.

Einer weiteren AP-Meldung nach wurden bei einem Angriff auf einen Konvoi, der auf dem Weg zum Flughafen Baghdads war, 4 Söldner - 2 US-Bürger und 2 Polen - getötet worden, die für das US-Unternehmen Blackwater USA arbeiteten. 3 weiteren Söldnern gelang die Flucht, es ist nicht bekannt, ob diese verletzt wurden.

Ebenfalls am Sonntag berichtete AP, daß bei einem Angriff auf ein irakisches Polizeirevier in der Stadt Musayyib, etwa 80 Kilometer südlich Baghdads, am Samstagabend 7 Polizisten getötet und mehrere weitere verletzt worden sind. Acht bewaffnete Männer hatten das Polizeirevier gegen 18:00 Uhr gestürmt und das Feuer eröffnet. Danach legten sie mehrere Sprengladungen, die das Gebäude völlig zerstörten.

Wie das US-Central Command am Sonntag meldete, sind bei der Explosion einer Bombe am Samstag in Baghdad 2 US-Soldaten getötet und 2 weitere verletzt worden.

Insgesamt sind also allein an diesem Wochenende im Irak mindestens - die tatsächliche Zahl dürfte noch weitaus höher sein - 22 Menschen getötet worden.





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