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Kinderarbeit in El Salvador
10.06.2004








In einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht beschuldigt die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) die Coca-Cola-Niederlassung in El Salvador und weitere Unternehmen, zumindest indirekt von Kinderarbeit zu profitieren und davor die Augen zu verschließen.

Nach Erkenntnissen von HRW ist bis zu einem Drittel der auf den Zuckerrohrplantagen des Landes Arbeitenden noch nicht 18 Jahre alt. Viele der Minderjährigen Arbeiter haben bereits im Alter zwischen 8 und 13 Jahren begonnen, auf den Feldern zu arbeiten, teilweise, weil sich ihre Eltern es nicht anders leisten könnten, sie in die Schule zu schicken.

Dies führt allerdings auch dazu, daß die Kinder während der Erntezeit nicht zur Schule gehen können. Eine in einer ländlichen Gegend nördlich der Hauptstadt San Salvador befragte Lehrerin sagte, daß ungefähr 20 Prozent ihrer Schüler während der Ernte fehlen, andere verlassen die Schule ganz.

Fast alle der von HRW befragten Kinder, die auf Zuckerrohrplantagen arbeiten, berichteten, daß sie sich bereits bei der Arbeit an Macheten verletzt hätten. Obwohl Arbeitgeber in El Salvador von Gesetz wegen dazu verpflichtet sind, für die medizinische Versorgung von Arbeitsunfällen aufzukommen, müssen die Kinder die Behandlungen häufig selbst bezahlen und erhalten auch keine Erstattung.

"Kinderarbeit grassiert auf den Zuckerrohrplantagen El Salvadors", sagte Michael Bochenek, Berater der Abteilung für Kinderrechte von HRW. "Unternehmen, die salvadoriansichen Zucker kaufen oder benutzen sollten sich über diese Tatsache im Klaren sein und die Verantwortung dafür übernehmen, etwas dagegen zu tun."

Auch die Coca-Cola-Fabrik in El Salvador nutzt derart erzeugten Zucker in ihrer Produktion. Das Unternehmen kauft den Zucker von der größten Mühle des Landes, Central Izalco. Mindestens vier der diese Mühle beliefernden Plantagen setzen Nachforschungen von HRW zufolge regelmäßig Kinder als Arbeiter ein.

Hierauf von HRW angesprochen, bestritt Coca-Cola dies nicht. Das Unternehmen hat zwar eine Geschäftspolitik, aufgrund derer Lieferanten keine Kinder als Arbeiter einsetzen dürfen, dies gilt allerdings nicht für Lieferanten von Lieferanten, also auch die Plantagen, die die Mühlen beliefern, die wiederum an Coca-Cola liefern.

"Wenn Coca-Cola ernsthaft eine Mittäterschaft an gefährlicher Kinderarbeit vermeiden will, sollte das Unternehmen anerkennen, daß sich seine Verantwortung für die Achtung der Menschenrechte über seine direkten Lieferanten hinaus erstreckt", so Bochenek.





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