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Gottesstaat USA
13.06.2004








Wie die im US-Bundesstaat Florida ansässige St. Petersburg Times am Sonntag berichtete, handelt es sich bei der zunehmenden Christianisierung der US-Politik keineswegs um eine Einbahnstraße.

Einserseits beruft sich US-Präsident George W. Bush immer häufiger auf christliche Motive, wenn er seine Politik begründen will oder um Menschen für sich einzunehmen - bis hin zu dem Punkt, daß er selbst als "fundamentalistischer Christ" bezeichnet werden könnte - andererseits versucht er aber offenbar, die Trennung von Staat und Kirche - eine der Grundforderungen der Staatsform Demokratie - aufzuheben.

Kürzlich ist bekannt geworden, daß die Zentrale der Wahlkampagne von Bush und Vizepräsident Richard "Dick" Cheney die Zweigstelle im US-Bundesstaat Pennsylvania gebeten hat, eine Liste von "1.600 'freundlichen Kirchengemeinden' in Pennsylvania, wo sich Wähler, die Präsident Bush freundlich gesinnt sind, möglicherweise regelmäßig treffen" anzufertigen.

Wie Umfragen gezeigt haben, hatten regelmäßige Kirchgänger bei den US-Präsidentschaftswahlen des Jahres 2000 mit einer um 20 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit Bush statt seines Gegners Al Gore gewählt. Aufgrund seiner häufigen Berufung auf die Bibel dürfte dieser Wert in diesem Jahr noch wesentlich größer sein.

Daher versucht die Wahlkampagne nun, Kirchen direkt für die Beeinflussung von Wählern zu benutzen. Es ist davon auszugehen, daß sich dieses Vorgehen nicht auf den Bundesstaat Pennsylvania beschränkt.

Da Kirchengemeinden auch in den USA von der Steuer befreit sind, eine der Voraussetzungen hierfür aber ihre politische Unabhängigkeit ist, wurde von Seiten der republikanischen Partei, der auch Bush angehört, im US-Kongreß nun unter anderem ein Gesetzesvorschlag eingebracht, der eine Parteinahme zumindest teilweise zulassen und die Strafen deutlich verringern würde.

Bush entfernt sich auch hier immer weiter von den Grundsätzen der Demokratie, der er vorgibt, um jeden Preis verteidigen zu wollen. Der Verdacht, daß er die USA letztendlich in einen "christlichen Gottesstaat" verwandeln möchte, ist sicherlich nicht von der Hand zu weisen.





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