www.Freace.de
Impressum


Nachrichten, die man nicht überall findet.




Denis Leary, Prophet
16.06.2004








Bereits am Montag berichtete die StraitsTimes in Singapur, daß in dem Land ab August dieses Jahres Zigarettenpackungen "abschreckende" Bilder zeigen werden.

Während sich die Raucher in Deutschland noch mit ausschließlich textbasierten Warnungen wie "Rauchen läßt Ihre Haut altern" begnügen müssen, soll Rauchern in Singapur in Zukunft sowohl auf der Vorder- als auch der Rückseite der Packungen eines von mehreren Motiven die Folgen ihres Tuns verdeutlichen.

Unter den gezeigten Bildern befinden sich Aufnahmen eines blutenden Gehirns nach einem Schlaganfall und einer krebszerfressenen Lunge.

Damit hat Singapur 13 Jahre nach dem Erscheinen seiner Show "No Cure for Cancer" die Idee des Comedians Denis Leary glatt übertroffen. Allerdings hat der Leary-Fan innerhalb der Regierung Singapurs anscheinend nicht den ganzen Text gelesen oder gehört.

In der Show sagt Leary:

"Es gibt einen Typen - ich weiß nicht, ob Sie von diesem Typen gehört haben, er war in letzter Zeit häufig in den Nachrichten. Es gibt einen Typen - er ist Engländer, ich glaube aber nicht, daß wir ihm das vorwerfen sollten, aber dies ist anscheinend sein Lebenstraum, weil er von Land zu Land zieht. Er wird in einigen Wochen eine Senatsanhörung haben. Und das hat er vor: Er will die Warnungen auf den Packungen größer machen. Ja! Er will, daß die ganze Vorderseite die Warnung ist. Als wenn das Problem wäre, daß es uns bisher nicht aufgefallen wäre. Richtig? Als wenn er seinen Willen bekommen würde und dann urplötzlich Raucher überall auf der Welt sagen würden "Ja, Bill, ich habe Zigaretten... VERDAMMTE SCHEISSE! Diese Dinger sind schlecht für dich! Scheiße, ich dachte, die wären gut für dich! Ich dachte, da wäre Vitamin C und so'n Zeugs drin!" Du verdammter Idiot! Es ist egal, wie groß die Warnung ist. Es könnte Zigaretten geben, die Warnung heißen. Es könnte Zigaretten in einer schwarzen Packung mit einem Totenschädel und Knochen auf der Packung geben, die Tumor heißen und die Leute würden Schlange stehen und sagen: "Ich kann es nicht abwarten, diese verfluchten Dinger in den Händen zu haben! Ich wette, man bekommt einen Tumor, sowie man sich eine ansteckt! Njam Njam Njam" Gleichgültig, wie groß die Warnungen sind, oder wie viel sie kosten. Erhöht weiter die Preise, wir werden in Eure Häuser einbrechen um an die verfluchten Zigaretten zu kommen, ok!? Sie sind eine Droge, wir sind süchtig, ok!? Njam Njam Njam Njam Njam Aaah"

Tatsächlich stellt sich die Frage, ob diese neue Regelung das - vorgeblich - gesetzte Ziel erreichen kann. Erwachsenen dürfte mittlerweile in fast allen Fällen klar sein, daß Rauchen schädlich ist. Jugendliche andererseits - die vorrangig davon abgehalten werden sollen, mit dem Rauchen überhaupt zu beginnen - dürften sich nicht nur wenig von derartigen Bildern beeindrucken lassen, vielmehr scheint es ebenso wahrscheinlich, daß es hier zu "Mutproben" kommt, die schließlich eben doch zum Rauchen führen.

Letztlich handelt es sich hier sicherlich um ein tiefgreifenderes Problem. Nicht nur, daß Staaten viel Geld durch die Tabaksteuern einnehmen - in Deutschland waren es im vergangenen Jahr 14,1 Milliarden Euro - ein vollständiges Verbot wäre sicherlich weder politisch noch praktisch durchsetzbar.

Andererseits scheint die Politik aber auch nicht gewillt zu sein, den Zugang von Kindern und Jugendlichen zu Zigaretten effektiv zu verhindern, wie dies bei Alkohol bereits der Fall ist. Während eine Erhöhung der Tabaksteuer vor allem dazu führt, daß Raucher sich nach einer "alternativen Versorgung" umsehen, könnte eine durchgreifende Beschränkung auf den Konsum durch Volljährige nicht nur das Rauchen Minderjähriger stark einschränken, sondern würde außerdem ein deutliches Zeichen setzen, daß Rauchen eben nicht harmlos ist.

Dies würde zwar für Jugendliche sicherlich ebenfalls wieder einen besonderen Reiz ausüben und das Rauchen wäre sicherlich ebenso wenig vollständig zu verhindern wie es jetzt beim Trinken von Alkohol der Fall ist, allerdings würde dies die Möglichkeiten und damit die Menge doch stark einschränken.

Zweifellos bestünde hier die "Gefahr", daß hierdurch deutlich weniger neue Konsumenten frühzeitig an das Rauchen gewöhnt würden, was sowohl der Tabakindustrie schaden als auch die Steuereinnahmen senken würde. Auf der anderen Seite würden zwar langfristig die Krankenkassen entlastet, dies würde allerdings wiederum zu Lasten von Ärzten und Pharmaunternehmen gehen und außerdem eben keinen politisch "notwendigen" kurzfristigen Erfolg bringen.





Zurück zur Startseite





Impressum

contact: EMail