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Israel: Schüsse auf Abgeordnete
20.06.2004








Eine Gruppe von britischen Parlamentsmitgliedern ist einem Bericht der israelischen Haaretz vom Samstag zufolge von israelischen Soldaten im Gaza-Streifen beschossen worden.

Baroness Northover, Sprecherin für internationale Entwicklungsangelegenheiten des House of Lords, sagte, daß die Gruppe unter Führung der Vereinten Nationen in der Nähe des Flüchtlingslagers Rafah unterwegs war, als Maschinengewehrfeuer von einem israelischen Beobachtungsposten dicht über ihre Köpfe hinweg strich. Außerdem befanden sich in der Nähe eine große Zahl Kinder.

Daraufhin bewegte die Gruppe sich dichter an die gekennzeichneten UN-Fahrzeuge heran und ein weiterer Schuß schlug in einem nahestehenden Gebäude ein. Teile des Mauerwerks fielen direkt neben ihr zu Boden, sagte sie in einer Erklärung. Sie zeigte sich zwar überzeugt, daß die Soldaten nicht versuchten, die Gruppe zu treffen, aber "sie wollten, daß wir die Gegend verlassen".

"Dieser Vorfall hat mir aus erster Hand die wahllose Gewalt gezeigt, der sich die Palästinenser täglich gegenüber sehen", sagte sie. "Wenn die israelischen Streitkräfte bereit sind, auf eine Delegation von Parlamentariern unter Aufsicht der UN zu schießen, fragt man sich, wie einfache Palästinenser behandelt werden."

Sie kündigte an, daß die Delegation nach ihrer Rückkehr nach London eine Erklärung des israelischen Botschafters fordern wird. Nach Aussage der israelischen Armee wurde bereits eine formelle Beschwerde eingereicht.

Die israelische Armee bestritt in einer Erklärung, daß auf die Delegation geschossen worden sei. Es sei zwar in mehreren Fällen zur Abgabe von Schüssen gekommen, diese seien aber weder gegen Einzelpersonen noch gegen Gruppen von Menschen gerichtet gewesen. Hier stellt sich sicherlich die Frage, wie das israelische Militär die Schüsse dann überhaupt erklärt. Es ist kaum anzunehmen, daß die Soldaten nur auf Tontauben gefeuert haben.

Eine weitere Aussage des israelischen Militärs läßt vermuten, daß die Soldaten auf die Gruppe gefeuert haben, weil sie sich nicht über deren Identität im Klaren waren. "Es sollte betont werden, daß die Delegation ihre Ankunft weder mit dem Außenministerium noch mit dem Verteidigungsministerium koordiniert hat", so die israelische Armee.

Für die Palästinenser gehört der geschilderte Vorfall tatsächlich häufig zum täglichen "Alltag". Da auch Ausländer bereits mehrfach angeschossen und getötet worden sind - hier sei nur an den Fall Tom Hurndall erinnert - scheint die Einschätzung der britischen Abgeordneten, daß sie nur "erschreckt" werden sollten, alles andere als sicher.





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