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Ruanda befürchtet Angriff
20.06.2004








Wie AP am Sonntag berichtete, befürchtet Ruanda nach Aussage seines Außenministers Charles Muligande, daß ein Angriff des Nachbaarstaats Kongo bevorsteht. Muligande zufolge sind in der Demokratischen Republik Kongo an der Grenze zur Republik Ruanda "tausende" Soldaten zusammengezogen worden.

Muligande sagte, unter den Soldaten befänden sich auch ruandische Rebellen, die in den Kongo geflohen waren, nachdem sie für den Völkermord mit mindestens 500.000 Todesopfern im Jahr 1994 mitverantwortlich waren.

"Dieser große Aufmarsch von kongolesischen Soldaten und ruandischen Rebellen stellt eine große Bedrohung für die Sicherheit unseres Landes dar", so Muligande. "Wir werden ganz sicher nicht untätig bleiben und dieser Entwicklung zusehen."

Der stellvertretende Außenministers des Kongos, Henry Mova Sakanyi, bezeichnete Muligandes Äußerungen andererseits als "Erfindungen". Er beschuldigte im Gegenzug ruandische Soldaten, sich widerrechtlich im Kongo aufzuhalten. Erst kürzlich hatte der Kongo Ruanda beschuldigt, abtrünnige kongolesische Soldaten unterstützt zu haben, die eine Woche lang die strategisch wichtige Stadt Bukavu unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Dies wurde wiederum von Ruanda bestritten.

Der jahrelange Krieg zwischen beiden Staaten - an dem auch noch zahlreiche weitere afrikanische Länder beteiligt waren - hat direkt und indirekt zum Tod mehrerer Millionen Menschen geführt. Im Jahr 2002 war erneut ein Friedensabkommen zwischen Kongo und Ruanda unterzeichnet worden.

Trotzdem sterben weiterhin Schätzungen zufolge jeden Tag 2.500 Menschen im Kongo.

Letztlich ist es völlig unerheblich, welche Seite bei den aktuellen Vorwürfen die Wahrheit sagt. In jedem Fall ist angesichts der wachsenden Kriegsrhetorik beider Länder zu befürchten, daß die Situation erneut in einen offenen Krieg zwischen beiden Ländern münden könnte.





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