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Die Petzen von Al-Qaida
21.06.2004








Für gewöhnlich wird die "Terrororganisation Al-Qaida" von Regierungen und deren "Sicherheitsbehörden" als gut organisiert, intelligent und natürlich äußerst gefährlich bezeichnet.

Andererseits berichteten die Medien am Montag, daß die angeblich Al-Qaida zumindest nahestehende Terrororganisation, die den US-Bürger Paul M. Johnson ermordet haben soll, im Internet behauptet habe, daß sie bei der Entführung Johnsons durch saudiarabische Sicherheitsbeamte unterstützt worden seien.

Nun ist die Behauptung selbst, daß Polizisten oder andere "Sicherheitsbeamte" derartigen Organisationen aus dem einen oder anderen Grund derart nahe stehen, daß sie diese unterstützen, sicherlich alles andere als abwegig. Ebenso, wie die Behörden versuchen, die Organisationen zu unterwandern, geschieht dies auch umgekehrt. Eine solche Unterwanderung ist von "westlichen" Geheimdiensten schon seit längerem befürchtet worden.

Bemerkenswert ist allerdings, daß dies Verbindung nun angeblich offen ausgesprochen worden ist. Ein derart enttarnter Spion - auch wenn er nicht namentlich genannt wird - ist sicherlich von deutlich geringerem Wert als einer, dessen Existenz zumindest nur vermutet wird.

Diese Veröffentlichung läßt also nur wenig Möglichkeiten der Erklärung zu. Entweder, die saudiarabische Terrorzelle wollte hiermit kindergartenmäßig ihren Vorsprung demonstrieren ohne die Folgen abzuschätzen, sie fühlt sich aus welchen Gründen auch immer derart überlegen, daß die Folgen einer solchen Enthüllung als unwichtig betrachtet werden oder die Aussage stammt eben gerade nicht von der beschuldigten Terrororganisation.

Im Zusammenhang mit der angeblichen Ermordung Johnsons stellen sich bei genauerer Betrachtung eine ganze Reihe weiterer Fragen.

Während die saudiarabischen Behörden tagelang erfolglos versuchten, die Entführer und ihre Geisel zu finden, gelang ihnen dies nur wenige Stunden, nachdem die Ermordung Johnsons auf einer Website bekanntgegeben worden war.

Obwohl die Entführer angeblich zum Zeitpunkt ihrer Entdeckung gerade damit beschäftigt waren, die Leiche Johnsons verschwinden zu lassen ist eben diese Leiche bisher nicht gefunden worden - im Gegenteil, sie wird von den saudiarabischen Sicherheitskräften nach wie vor mit Hochdruck gesucht.

Auch die Tatsache, daß einerseits mehrere neue Nachrichten mit enthaltenen Drohungen bezüglich des Entführten auf einer "Al-Qaida-Website" veröffentlicht wurden, die Urheber dieser Meldungen aber nicht identifiziert werden konnten, andererseits aber in der Vergangenheit wiederholt die Benutzung von Satellitentelephonen zur unverzüglichen Bombardierung des Standorts des Benutzers durch das US-Militär geführt hat weckt Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Verfolgung der Täter. Es scheint mehr als unwahrscheinlich, daß es in einem Land, das eine so restriktive Internetpolitik wie Saudi-Arabien besitzt und andererseits technisch so weit entwickelt ist und derartige finanzielle Mittel besitzt, nicht möglich sein sollte, die Zugriffe auf eine Website zu überwachen. Trotzdem führten die mehrfach dort veröffentlichten Drohungen offenbar zu keiner Reaktion der Behörden.

Der offiziellen Darstellung zufolge stehen den Terroristen also ebenso dumme Polizisten gegenüber, wie diese uninteressiert an einer Festnahme der Täter zu sein scheinen.

Daß die vermeintlichen Täter bei dem "Versuch der Festnahme" getötet wurden mag noch durch erbitterte Gegenwehr zu begründen sein. Die indirekte Enttarnung derer Unterstützer innerhalb der Sicherheitskräfte andererseits ist kaum noch zu erklären. Zusammen mit der angeblich vom bisherigen Anführer der saudiarabischen Terrororganisation, Abdulaziz al-Moqrin, kurz vor seinem Tod verfaßten Erklärung, in der er sich stolz über die Ermordung Johnsons gezeigt haben soll, würde erhebliche Zweifel an der vorgeblichen Intelligenz der Terroristen wecken.

Die vollständige Akzeptanz der behördlichen Aussagen in diesem Fall könnte nur dazu führen, daß die saudiarabische Terrororganisation zwar gefährlich, aber sicherlich nicht intelligent ist.

Andererseits liegt es sicherlich ebenso im Interesse der saudiarabischen Regierung wie "westlicher" Regierungen, Al-Qaida zu einer weltumspannenden, hochintelligenten und das "absolute Böse" verkörpernden Terrororganisation hochzustilisieren. Kein James Bond-Film würde ohne einen solchen "perfekten" Gegner funktionieren, ebenso wie nur wenige derartige Computerspiele ohne einen derartigen "Endgegner" auskommen.





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