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Russische Agenten in Qatar verurteilt
30.06.2004








Die beiden russischen Geheimdienstmitarbeiter, die angeklagt waren, den früheren tschetschenischen Präsidenten und Anführer der für die Unabhängigkeit der Republik Kämpfenden, Salim Khan Yandarbiyev, ermordet zu haben, sind einer AP-Meldung vom Mittwoch zufolge von dem qatarischen Gericht zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Yandarbiyev war am 13. Februar dieses Jahres zusammen mit zwei seiner Leibwächter in Doha, der Hauptstadt Qatars, durch eine Autobombe getötet worden. Sein 14-jähriger Sohn wurde außerdem schwer verletzt. Yandarbiyev hatte sich seit 2000 in Qatar aufgehalten, ihm wurde von russischer Seite aber eine Verwicklung in mehrere Anschläge in Rußland in den vergangenen Jahren vorgeworfen, was auch zu einem russischen Auslieferungsersuchen geführt hatte.

Bereits am 19. Februar wurden 3 russische Staatsangehörige in der russischen Botschaft verhaftet. Einer von ihnen wurde kurze Zeit später aufgrund seines diplomatischen Status wieder freigelassen. Die anderen beiden, Anatoly Bilyashkov und Vassili Pokshev haben nun lebenslängliche Freiheitsstrafen - was in Qatar 25 Jahre Haft bedeutet - erhalten. Die Anklagevertretung hatte die Todesstrafe gefordert. Der qatarische Rechtsexperte Najib al-Nuaimi erwartet allerdings, daß die Verurteilten in einigen Monaten nach Rußland abgeschoben werden.

Die Angeklagten hatten behauptet, sie wären nach ihrer Festnahme gefoltert worden und zeigten dem vorsitzenden Richter Ibrahim al-Nisf in der Verhandlung als Beleg von Hunden verursachte Bißwunden. Weder dies noch die Fragwürdigkeit der Verhaftungen auf dem Gelände der russischen Botschaft - mithin auf russischem Gebiet und damit außerhalb der Zuständigkeit der Behörden Qatars - konnten die Verurteilung allerdings verhindern.

Wie der arabische Fernsehsender Al-Jazeera berichtete, sagte Richter al-Nisf bei der Urteilsverkündung, daß es ausreichend Beweise dafür gäbe, daß die Ermordung Yandarbiyevs von der russischen Führung angeordnet worden sei.

Dies wird von der russischen Regierung allerdings erwartungsgemäß weiterhin bestritten. So sagte der russische Außenminister Sergej Lavrov: "Der Standpunkt Moskaus ist nach wie vor, daß die beiden in Qatar festgehaltenen russischen Bürger nichts mit dem Angriff auf Yandarbiyev zu tun hatten." Nach Rußlands Aussage befanden sich die beiden Agenten in Qatar um "Informationen über Terrorismus zu sammeln".

Der ebenfalls im Exil lebende "Außenminister" Tschetscheniens, Ousman Ferzaouli, sagte gegenüber Al-Jazeera: "Jetzt weiß die Welt, wer die wahren Terroristen sind. Wenn man sich erinnert, sprachen britische Richter den tschetschenischen Abgesandten Ahmad Zakayev von den russischen Anschuldigungen des Terrorismus frei. Jetzt spricht Qatar russische Agenten des Mordes schuldig - eines Mordes mit der Unterstützung Moskaus."





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