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Nachrichten, die man nicht überall findet.




Rumsfeld hat sich zu früh gefreut
03.07.2004








Nur drei Stunden, nachdem AP am Freitag eine Meldung mit dem ebenso falschen wie panikverbreitenden Titel "Polnische Soldaten entdecken Bio-Waffen im Irak" veröffentlichte, berichtete AFP bereits unter Berufung auf eine Erklärung der "multinationalen Streikräfte", daß Untersuchungen ergeben hätten, daß die Gefechtsköpfe keinerlei chemische Kampfstoffe enthielten.

"Diese 16 Geschosse waren alle leer und es wurden bei Tests keinerlei Chemikalien gefunden", so die Erklärung. Zwei weitere zuvor gefundene Gefechtsköpfe enthielten demnach eine "unerhebliche Menge" an Sarin und stammten aus der Zeit des Iran-Irak-Kriegs. "Aufgrund des verfallenen Zustands der Geschosse und der kleinen Menge des verbliebenen Kampfstoffs wurde erkannt, daß diese Geschosse geringe bis keine Wirkung gehabt hätten, wenn sie von Rebellen gegen Koalitionsstreitkräfte eingesetzt worden wären."

Dies bestätigt in vollem Umfang die hier bereits am Vortag veröffentlichten Überlegungen.

Währenddessen bemühte sich der polnische General Marek Dukaczewski der AP-Meldung zufolge, die Bedeutung des "Fundes" möglichst zu vergrößern. "Uns quälte die Information, daß Terroristen diese Gefechtsköpfe suchten und 5.000 US-Dollar pro Stück anboten", sagte er. "Ein Angriff mit solchen Waffen wäre nur schwer vorstellbar. All unser Handeln wurde dahingehend beschleunigt, diese Gefechtsköpfe in unseren Besitz zu bringen."

Der polnische General Mieczyslaw Bieniek sagte: "Wenn diese Gefechtsköpfe, die immer noch einsatzfähig waren, gegen eine Militärbasis wie Camp Babylon eingesetzt worden wären, hätten sie unvorhersehbare Schäden verursacht."

Besonders bemerkenswert bei all diesen Äußerungen, die sichtlich dazu angetan sind, die Panik insbesondere innerhalb der Besatzungstruppen zu verstärken ist sicherlich die bereits genannte Überschrift der Meldung, die von "Bio-Waffen" spricht. Zwar wirken auch chemische Waffen auf Lebewesen, als "Bio-Waffen" werden aber ausdrücklich und ausschließlich solche Waffen bezeichnet, die gezielt Krankheitserreger einsetzen. Es ist kaum anzunehmen, daß dies nicht auch Monika Scislowska, der Autorin der Meldung, bekannt ist.

Wie schon in der Vergangenheit bei ähnlichen Meldungen fand die ursprüngliche Veröffentlichung, daß chemische Waffen im Irak gefunden worden seien, eine wesentlich größere Verbreitung in den Medien als die nachfolgende Information, daß dies eben doch nicht der Fall ist.





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