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Angst vor einer "ethnisch gemischten Stadt" in Israel
11.07.2004








Ein Artikel der israelischen Haaretz vom Freitag zeigt, wie sehr der Rassismus bereits in der regierenden Likud-Partei vorangeschritten ist.

Der 43-jährige Pini Sabah, Eigentümer eines Frachtunternehmens, ist ein Lokalpolitiker in der Stadt Ashkelon. Er ist der Vorsitzende des Kreisverbands. Sein Friseur, der 38 Jahre alte Michel Buscila gehört der gleichen Partei an und Mitglied des Stadtrats. Buscila kann nicht aufhören, Sabah zu loben.

"Sabah ist ein wahrer Pionier, wie Yehoshua Peretz, der Held des Werftarbeiterstreiks in Ashdod, oder Jojo Abutbul", so Buscila. "Hier ist ein Mensch, der die Dinge so sagt, wie sie sind, auf eine aufrichtige Art, nicht wie all diese blütenweißen Liberalen."

Der Grund für Buscilas Begeisterung sind Sabahs kürzlich geäußerten Forderungen nach stärkeren Kontrollen für arabische Israelis und Beduinen, die in die Stadt kommen, um dort zu arbeiten, um so "sexuelle Belästigungen" und die Möglichkeit von "Ashkelons Verwandlung in eine ethnisch gemischte Stadt" zu verhindern.

"Das ist wirklich eine Angelegenheit von Leben und Tod", so Sabah. "Das ist kein Rassismus", fügt er schnell hinzu. "Prinzipiell" habe er nichts gegen irgendjemand. Er wolle aber nicht seinen Kopf in den Sand stecken während die Araber "sexuelle Belästigungen, Einbrüche in Wohnungen und Geschäfte und Verbrechen im allgemeinen" nach Ashkelon brächten.

"Nur weil sie in jeder Beziehung Israelis sind, sind sie etwas zu selbstbewußt geworden; sie sagen sich: éIch habe einen israelischen Ausweis, ich kann tun, was ich will.' Und diese Leute fangen etwas mit unseren Töchtern an", sagte Buscila.

Nachdem die Medien seit seiner ersten dahingehenden Äußerung Sabah scharf angegriffen haben, hat er sich von seiner ursprünglichen Forderung, alle "Araber" aus Ashkelon "auszuweisen" zurückgezogen. Es gäbe andere Möglichkeiten zur Lösung des "Problems", wie beispielsweise die finanzielle Unterstützung von Anwohnern, wenn diese die Arbeitsplätze in der Bauindustrie annähmen, wegen denen die "Araber" kämen.

Bis zu diesem Punkt ist all dies wenig bemerkenswert. Sabahs Partei mußte bei den letzten Kommunalwahlen eine vernichtende Niederlage hinnehmen und nun versucht er offensichtlich, mit diesen rassistischen Parolen Boden gutzumachen - was ihm zumindest in Teilen der Bevölkerung auch zu gelingen scheint.

Bemerkenswert wird dies angesichts der Tatsache, daß Sabah und Buscila Mitglieder der aus Landesebene regierenden Likud-Partei Ariel Sharons sind und von dort keinerlei öffentliche Kritik geäußert worden ist. Dies läßt nur den Schluß zu, daß der durch die Äußerungen Sabahs transportierte Haß von der Parteiführung unterstützt wird.





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