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Hijab-Konferenz in London
13.07.2004








Am Montag fand in London eine Konferenz anläßlich der zunehmenden Verbote des moslemischen Kopftuchs, des Hijab, in europäischen Ländern statt.

Über 250 Teilnehmer aus 14 Ländern trafen sich, um ihr Vorgehen gegen die Verbote, die von ihnen als Menschenrechtsverletzungen angesehen werden, abzustimmen.

Einer der Redner war der bekannte islamische Theologe Scheich Yusuf al-Qaradawi. Al-Qaradawi ist unter anderem Leiter des "Europäischen Rates für Fatwa und Forschung" und Präsident der am Sonntag gegründeten "Internationalen Vereinigung Moslemischer Gelehrter" (IAMS). Der aus Ägypten stammende Geistliche wurde andererseits von Schwulenvereinigungen als "homophob" bezeichnet.

"Das Verbot führt zu einer Ghetto-Mentalität", sagte er einem AP-Artikel zufolge. "Ihr entfremdet die Moslems."

"Ist dies vergleichbar mit Zivilisation? Dies ist eindeutig ein Schritt rückwärts. Es ist gegen religiöse und persönliche Freiheiten", so al-Qaradawi.

Ein weiterer Sprecher, der sich bei der Konferenz entschieden gegen das französische Hijab-Verbot für Schülerinnen und Lehrerinnen aussprach, war sicherlich um einiges überraschender als al-Qaradawi.

So sagte Ken Livingstone, der Bürgermeister Londons: "Das französische Verbot ist der reaktionärste Vorschlag, der seit dem 2. Weltkrieg von einem europäischen Parlament in Betracht gezogen wird. Er markiert einen Schritt hin zu religiöser Intoleranz, die wir in Europa geschworen hatten, niemals zu wiederholen, nachdem wir die verheerenden Folgen des Holocaust gesehen hatten."

Abeer Pharaon, Präsidentin der Gesellschaft moslemischer Frauen und Gründerin und Koordinatorin der Organisation ProHijab, sagte, es gäbe eine beunruhigende Entwicklung in Europa von Frankreich und Deutschland nach Belgien.

"Die Regierungen einiger dieser Länder haben behauptet, daß sie moslemische Frauen davor schützen, 'gezwungen' zu werden, den Hijab zu tragen", sagte sie. "Sie glauben, wir sind schwach und daß wir von unseren Ehemännern und Vätern kontrolliert werden. Ich versichere ihnen, wir sind es nicht. Moslemische Frauen sind befreit und hoch gebildet."





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