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Georgien droht Rußland
14.07.2004








Am Dienstag berichtete der arabische Fernsehsender Al-Jazeera, daß der georgische Präsident Mikheil Saakashvili im Hinblick auf das unabhängige Gebiet Südossetien Rußland fast unverhohlen gedroht hat.

So sagte er, daß "die derzeitige Krise in Südossetien nicht ein Problem zwischen Georgiern und Osseten ist. Dies ist ein Problem zwischen Georgien und Rußland." Außerdem würden "bestimmte Kräfte in Rußland" sich für "aggressive Handlungen gegen Georgien" vorbereiten.

Er rief den russischen Präsidenten Vladimir Putin auf, "diese Kräfte zurückzuhalten" und warnte davor, daß ein bewaffneter Konflikt in Südossetien "ein ernstes Problem zwischen den beiden Ländern Georgien und Rußland" werden würde.

Tatsächlich hat Südossetien in der Vergangenheit immer wieder Bestrebungen gezeigt, sich Rußland anzuschließen, so daß eine russische Verwicklung alles andere als ausgeschlossen werden kann. Dies wird von Moskau allerdings erwartungsgemäß bestritten. Die Nähe zu Rußland ist allerdings mehr als offensichtlich, so besitzt die Mehrheit der Bewohner der Region russische Pässe, die Amtssprache ist russisch und die offizielle Währung ist der russische Rubel.

Georgien andererseits betrachtet Südossetien als Teil seines Staatsgebietes, was in der Vergangenheit bereits mehrfach zu Konflikten geführt hat.

Der russische Außenminister Sergeij Lavrov beschuldigte Georgien am Sonntag gegenüber Journalisten, daß das Land "illegal hunderte und tausende von bewaffneten Soldaten in das Konfliktgebiet gebracht hat, die nicht unter der Kontrolle der Friedenstruppen stehen". Insgesamt handelt es sich dabei Lavrov zufolge um "bis zu 3.000" Soldaten.

Saakashvilis Äußerungen markieren eine deutliche Verschlechterung der Beziehungen Georgiens mit Rußland. Zuvor hatte er von einer "neuen Ebene" des Verständnisses und der Zusammenarbeit beider Länder gesprochen. Es bleibt zwar abzuwarten, ob beide Länder letztlich gewillt sind, einen weiteren offenen Konflikt um das Gebiet mit gerade einmal 70.000 Einwohnern aber einer "strategischen Lage" zu führen, die Kriegsrhetorik nimmt allerdings offenbar bereits ihren Lauf.





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