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Al-Hawza erscheint wieder
22.07.2004








Der irakische "Übergangspremierminister" Iyad Allawi hat einem AP-Bericht vom Donnerstag zufolge das Verbot gegen die Zeitung Al-Hawza aufgehoben. Die nächste Ausgabe soll bereits in einer Woche erscheinen, so Ali al-Yasseri, der geschäftsführende Herausgeber der Zeitung.

Die Al-Hawza war am 28. März ursprünglich nur für 60 Tage auf Anordnung der US-Verwaltung geschlossen worden, weil sie nach Ansicht der USA durch ihre Berichterstattung die "Bedrohung von Koalitionsstreitkräften" vergrößert hatte. So war beispielsweise ein Artikel mit dem Titel "Bremer tritt in die Fußstapfen von Saddam" veröffentlicht worden, der das Vorgehen der US-Besatzer scharf kritisierte. Die nur einen Monat später bekannt gewordenen Folterungen von irakischen Gefangenen durch US-Soldaten gaben der Zeitung rückwirkend sicherlich zumindest teilweise recht, auch wenn diese nicht Thema des Artikels waren.

Die USA sind der Ansicht, daß die Zeitung nur der Verbreitung der Ansichten des Geistlichen Muqtada al-Sadr dienen. Al-Yasseri andererseits räumt zwar eine enge Verbindung der Zeitung zu al-Sadr ein, besteht aber darauf, daß es sich um unabhängige Berichterstattung handele.

"Unsere Rolle besteht darin, das Scheinwerferlicht auf jeden zu richten, der versucht, den Irakern ihre Rechte vorzuenthalten. Wir, die Sadr-Bewegung, sind die Stimme des irakischen Volkes. Ihr Atem ist unser und unsere Ziele sind eins." Angesichts der tiefgreifenden Unterstützung und Zustimmung, die al-Sadr und seine al-Mahdi-Armee beispielsweise im Baghdader Stadtteil Sadr City von der 3 Millionen Menschen umfassenden Bevölkerung erhält, spricht die Zeitung zumindest für einen nicht geringen Teil der irakischen Bevölkerung.

Der Chefredakteur der Zeitung, Abbas al-Robaei, zeigte sich skeptisch. Allawi "versucht unsere Freundschaft zu gewinnen und ein Bild der Unabhängigkeit von den Amerikanern zu zeichnen", sagte er.

Da al-Yasseri bereits angekündigt hat, nichts an der Art der Berichterstattung ändern zu wollen, bleibt abzuwarten, ob die Al-Hawza auf Dauer erscheinen wird.





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