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Schwere Kämpfe in Ramadi
23.07.2004








Ein Bericht des Christian Science Monitor vom Freitag zeigt, daß sich die irakische Stadt Ramadi zu einem weiteren Fallujah für die US-Besatzer entwickeln könnte - wenn dies nicht schon geschehen ist.

Am Mittwoch war es in der Stadt zu schweren, mehrere Stunden andauernden Kämpfen zwischen US-Soldaten und irakischen Widerstandskämpfern begonnen. Dabei wurden nach US-Angaben 25 Widerstandskämpfer getötet und 25 weitere Personen, darunter 2 irakische Polizisten, gefangengenommen. Auf US-Seite sind demnach 13 Soldaten leicht verwundet worden.

Die Kämpfe begannen nach Darstellung des US-Militärs, als am frühen Nachmittag ein Versorgungskonvoi von einer Basis der Marines im Osten Ramadis zurückkehrte. Der Konvoi wurde von einer Bombe getroffen und daraufhin mit Panzerfäusten und Schußwaffen angegriffen. Eine schnelle Eingreiftruppe des US-Militärs, die den Angegriffenen zu Hilfe kommen wollte, wurde ebenfalls angegriffen, unter anderem mit einer Autobombe.

Danach "war es das typische Ramadi - die Hölle brach los", sagte Hauptmann Rob Weiler, der die Kämpfe als einige der schwersten seit April dieses Jahres bezeichnete. 3 Mitglieder seiner aus 154 Soldaten bestehenden Einheit sind bisher getötet und 54 verwundet worden - eine Verlustrate von 37 Prozent.

Es ist sicherlich bemerkenswert, daß die Darstellung des US-Militärs in diesem Fall in mehreren Punkten mit jener des "Iraqi Resistance Reports" deckt.

Dort wurde berichtet, daß eine aus 4 Humvees bestehende US-Patrouille mit Panzerfäusten angegriffen wurde, was zu einem bis zum Sonnenuntergang andauernden Kampf führte. Außerdem ist dem größtenteils auf Informationen von Mafkarat al-Islam beruhenden Bericht zufolge eine weitere US-Einheit, die versuchte, die Widerstandskämpfer von einer anderen Richtung aus anzugreifen, mit einer Autobombe angegriffen worden.

Auch wurde hier ein Bericht des arabischen Fernsehsenders Al-Jazeera bestätigt, demzufolge bei den Kämpfen ein US-Hubschrauber abgeschossen worden ist. Al-Jazeera berief sich bei dem Bericht auf die Aussage eines irakischen Polizeioffiziers und mehrerer Augenzeugen. Demnach sind bei dem Absturz 3 der Insassen getötet worden. Das US-Militär hingegen hat bestritten, am Mittwoch einen Hubschrauber in Ramadi verloren zu haben.

Auch hinsichtlich der restlichen Opferzahlen sind die Darstellungen des US-Militärs und Mafkarat al-Islams äußerst widersprüchlich. So sind Mafkarat al-Islam zufolge beim ersten Angriff auf den Konvoi 14 US-Soldaten getötet worden, bei dem Angriff auf die zweite Einheit 16 und außerdem 7 US-Scharfschützen, die sich in einem Haus verschanzt hatten, insgesamt also 40 US-Soldaten.

Diese Zahl dürfte zwar ebenso als Propaganda angesehen werden können wie die Angaben des US-Militärs, tatsächlich erscheint es allerdings ebenso unglaubwürdig, daß bei mehrere Stunden dauernden "schweren Kämpfen" nur 14 Soldaten leicht verletzt worden sein sollen, wie die Behauptung, daß dabei mehr US-Soldaten als Widerstandskämpfer getötet worden sind.





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