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Krieg in Israel?
29.07.2004








Am Samstag warnte der israelische Minister für öffentliche Sicherheit, Tzachi Hanegbi, in der Fernsehsendung "Meet the Press" vor einem möglichen Anschlag extremistischer Israelis auf den Tempelberg.

Es gäbe zwar keine konkreten Informationen über einen geplanten Anschlag, nach Angaben des israelischen Geheimdienstes Shin Bet steige die Gefahr allerdings stark an.

Die Drohung, das drittgrößte Heiligtums der Moslems zu zerstören, um dort den "dritten Tempel" zu errichten, da der Tempelberg auch das größte Heiligtum der Juden darstellt, ist nicht neu.

Wie ein am Donnerstag in der israelischen Haaretz veröffentlichter Artikel zeigt, könnte diese schon fast zur Gewohnheit gewordene Drohung dieses Mal allerdings deutlich mehr Gewicht haben.

"Zwischen den Hunderten, tatsächlich vielleicht Tausenden, die an Symposien und Konferenzen teilnehmen, die sich mit den praktischen Vorbereitungen für die Errichtung eines dritten Tempels beschäftigen, gibt es jene, die nicht versuchen, ihre Pläne zu verbergen, 'die Scheußlichkeit zu entfernen'", so der Artikel.

Bemerkenswert ist hier höchstens, daß offen zugegeben wird, daß die Al-Aqsa-Moschee zerstört werden soll, da dies für die Errichtung des "dritten Tempels" in jedem Fall notwendig ist.

In der letzten Zeit werden die Stimmen auch in der israelischen Regierung immer lauter, die fordern, daß Juden auf dem Tempelberg beten dürfen, was ihnen bisher durch die Rabbiner untersagt wird.

Letztlich bedarf es vermutlich gar nicht eines mit Sprengstoff beladenen Flugzeugs, daß auf die Moschee stürzt.

Am 25 Februar 1994 erschoß Baruch Goldstein in der Höhle von Machpela in Hebron 29 dort betende Moslems. Bei anschließenden Unruhen wurden weitere 26 Palästinenser und 2 Israelis getötet.

In seinem Buch "Har HaMerivah" ("Berg des Streits") schrieb Nadav Shragai: "Es ist wirklich ein Wunder, daß die Ereignisse in der Geschichte nicht zu einer furchtbaren Katastrophe geführt haben."

Sollte es zu einem Anschlag wie dem Goldsteins auf dem Tempelberg kommen, so dürfte die Wahrscheinlichkeit für die Wiederholung eines solchen "Wunders" äußerst gering sein.

Wie der arabische Fernsehsender Al-Jazeera ebenfalls am Donnerstag berichtete, hat der Anführer der Hizb Allah ("Hizbollah"), Hasan Nasr Allah, in einer Sendung des organisationseigenen Fernsehsenders Al-Manar TV Israel für diesen Fall scharf gedroht.

"Den Israelis muß klargemacht werden, daß die Zerstörung der Al-Aqsa-Moschee zu der Zerstörung des zionistischen Gebildes [Israel] führen würde", sagte er. "Von heute an sollten Positionen eingenommen und Nachrichten versandt werden, die sie dazu bringen werden, nicht einmal zu wagen, an die Durchführung einer solchen Tat auch nur zu denken."

Diese Drohung ist sicherlich geeignet, die erst kürzlich von israelischer Seite geäußerten Drohungen zu unterstützen und so die Spannungen zwischen Israel, Syrien, Iran, Irak und den USA nochmals zu verstärken.

Die in dem Haaretz-Artikel geforderte "internationale Schutztruppe" für den Tempelberg scheint allerdings nicht wirklich geeignet, das Problem zu lösen, da es letztlich viel mehr nur ein Symptom des israelisch-palästinensischen Konflikts darstellt.





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