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Von Sexbomben und anderen Bedrohungen
29.07.2004








Am Dienstag wendete ein US-Passagierflugzeug nach 90 Minuten Flugzeit und kehrte zu seinem Ausgangsflughafen Sydney zurück, weil man befürchtete, es könnte sich eine Bombe an Bord befinden.

Ursprünglichen Berichten zufolge war eine Notiz mit einer Bombendrohung in einer Papiertüte in oder nahe einer Toilette des Flugs 840 der United Airlines gefunden worden.

Das Flugzeug, daß sich auf dem Weg nach Los Angeles befand, ließ vor der Landung seinen Treibstoff ab, der Flughafen von Sydney wurde in Alarmbereitschaft versetzt und der Luftraum entlang der Flugroute gesperrt. Die durch den abgebrochenen Flug verursachten Kosten sollen bei 200.000 US-Dollar liegen.

Maschine, Crew und der überwiegende Teil der 246 Fluggäste unternahm 22 Stunden später einen zweiten - erfolgreichen - Versuch, die Reise nach Los Angeles hinter sich zu bringen, nachdem Flugzeug, Gepäck und Passagiere zuvor genau untersucht worden waren. Wie neuere Berichte zeigen, handelte es sich nicht um eine "schriftliche Bombendrohung in einer Papiertüte", sondern vielmehr war in einem Toilettenraum eine Spucktüte gefunden worden, auf die die Buchstaben "BOB" geschrieben worden waren.

Dies war als die Abkürzung für "bomb on board" - "Bombe an Bord" aufgefaßt worden.

Nach Aussage des Sprechers der Flugbegleitervereinigung, Michael Mijatov, ist diese Auslegung aber alles andere als zwingend logisch. So könne "BOB" auch für "Best on Board" stehen, womit Besatzungen besonders attraktive Fluggäste meinen.

Es könnte demnach also sein, daß sich eben doch eine Bombe an Bord befand - wenn auch nur eine "Sexbombe".

Neben der sicherlich auch nicht zu vernachlässigenden Möglichkeit, daß ein Fluggast namens "Bob" seine derart gekennzeichnete Spucktüte versehentlich im Toilettenraum vergaß, gibt es noch weitere, vielleicht nicht sonderlich schlüssige, aber doch zumindest mehr oder minder amüsante Erklärungen - und wirklich schlüssig war "bomb on board" ja nun auch nicht.

Zuallererst könnte hier in Betracht gezogen werden, daß es sich um einen Fan der Fernsehserie "Twin Peaks" gehandelt hat.

Eine weitere Möglichkeit wäre sicherlich eine verschlüsselte Beschwerde über eine mangelhafte Qualität der servierten Mahlzeiten, wenn die Abkürzung in Wahrheit für "bacteria on breakfast" gestanden hätte.

Auch eine durch die Abkürzung dezente, ausgeschrieben jedoch äußerst deutliche Einladung an eine unbekannte Person wäre mit "blowjob on board" denkbar.

Andererseits könnte es sich natürlich auch um einen politisch engagierten Fluggast gehandelt haben, der mit "BOB" auf den "umnachteten, abscheulichen Bush" ("benighted, odious Bush") hinweisen wollte. Vielleicht handelte es sich dabei sogar um eine leichte Abwandlung des "Klassikers" von Michael Moore anläßlich der Oscarverleihung: "blame on Bush".

Was auch immer der Fluggast oder das Crewmitglied letztlich tatsächlich mit "BOB" aussagen wollte, so zeigt dieser Fall doch einmal mehr deutlich, daß die "gefühlte Bedrohung" durch Terroranschlägen mittlerweile schon zur Hysterie geworden ist.

Eine kleine Anekdote am Rande ist sicherlich, daß sich ein nicht namentlich genannter "hochrangiger US-Diplomat" an Bord der Maschine befand. Während "besondere Vorkehrungen" getroffen worden waren, um ihn zu "schützen", mußten die Passagiere nach der Landung noch 25 Minuten an Bord der Maschine - die ja vermeintlich jederzeit explodieren konnte - bleiben.





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