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Harte Sitten in Washington
30.07.2004








Einem AP-Bericht vom Donnerstag zufolge wird das Eßverbot in der Washingtoner U-Bahn weiterhin scharf durchgesetzt.

Die 45-jährige Stephanie Willett war gerade dabei, einen Schokoriegel zu essen, als sie sich am 16. Juli auf einer Rolltreppe, die in eine U-Bahn-Station der Stadt führt, befand. Hierbei wurde sie von einem Mitglied der U-Bahn-eigenen Polizei beobachtet, der sie daraufhin warnte, diesen aufzuessen, bevor sie die Station beträte. Beide sagen übereinstimmend aus, daß sie daraufhin nickte, sich den Rest in den Mund steckte und die Verpackung in einen Mülleimer warf.

Wie die Mitarbeiterin der US-Umweltschutzbehörde EPA gegenüber einem Radiosender berichtete, folgte ihr der Polizist in die Station, woraufhin sie ihn fragte, ob es keine anderen Verbrechen gäbe, um die er sich kümmern könne.

Der Polizist forderte sie daraufhin auf, sich auszuweisen, sie aber ging weiter. Dann wurde sie durchsucht und ihr wurden Handschellen angelegt. Anschließend wurde sie drei Stunden lang festgehalten, bevor sie freigelassen wurde.

"Wenn sie aufgehört hätte zu essen, wäre es damit vorbei gewesen und wenn sie für die Ausstellung einer Vorladung angehalten hätte, wäre sie niemals eingesperrt worden", sagte die für Polizeichefin der U-Bahn-Polizei, Polly Hanson.

Offenbar wird es also sogar als Vergehen gewertet, wenn sich zum Zeitpunkt des Betretens einer U-Bahn-Station noch Nahrung im Mund befindet.

Dies war mitnichten der einzige derartige Zwischenfall.

Am 23. Oktober 2000 betrat die 12-jährige Ansche Hedgepeth zusammen mit einer Freundin eine U-Bahn-Station in Washington. Kurz zuvor hatte sie sich eine Portion Pommes Frites gekauft. Nachdem sie einen hiervon innerhalb der Station gegessen hatte, wurde sie von einem U-Bahn-Polizisten verhaftet, mit Handschellen gefesselt, ihr Rucksack beschlagnahmt und durchsucht und von einer Polizisten gefragt, ob sie "Drogen oder Alkohol" mit sich führe und dann durchsucht. Während all dem leistete das Mädchen keinerlei Widerstand.

Anschließend wurden ihr ihre Schnürsenkel abgenommen und sie wurde zum "Juvenile Processing Center" gebracht, wo sie erneut verhört wurde und ihre Fingerabdrücke abgenommen wurden. Die Abnahme der Fingerabdrücke war der einzige Zeitpunkt, zu dem ihre Hände nicht mit Handschellen auf ihrem Rücken gefesselt waren bis sie schließlich drei Stunden nach ihrer Verhaftung ihrer Mutter übergeben wurde.

Ein Richter schrieb zwar später in einem Urteil (Adobe Acrobat-Datei), daß es sich um eine "dämliche" Verhaftung gehandelt habe und es für das Mädchen "beschämend und erniedrigend" war, dies aber nicht die verfassungsmäßigen Rechte des Mädchens verletzt habe.

In 2002 erhielt ein anderer Fahrgast eine Geldstrafe, weil er innerhalb einer U-Bahn-Station laut geflucht hatte, nachdem er bereits in mehreren Station vergeblich einen funktionstüchtigen Fahrstuhl oder einen hilfsbereiten Mitarbeiter gesucht hatte. Ein Mitarbeiter der U-Bahn-Polizei interessierte sich allerdings für Jeremiah Hamilton, der durch Kinderlähmung an den Rollstuhl gefesselt ist, als dieser sich schließlich lautstark mit dem Wort "Fuck" Luft machte. Allerdings nur, um ihm den Strafzettel zu übergeben.





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