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Die USA und die Angst vor dem Araber
31.07.2004








Wie die New York Times am Freitag berichtete, hat die US-Heimatschutzbehörde Daten über arabischstämmige Amerikaner von der US-Volkszählungsbehörde angefordert und erhalten.

Bekanntgeworden ist dies durch eine Anfrage im Rahmen des US-Informationsfreiheitsgesetzes des Electronic Privacy Information Centers (EPIC), einer Organisation, die sich mit Themen hinsichtlich der bürgerlichen Freiheiten beschäftigt.

Den Dokumenten zufolge hat die Heimatschutzbehörde der zwei Mal, einmal im August 2002 und das zweite Mal im Dezember 2003, Daten in Tabellenform erhalten, die zwar nicht einzelne Personen aufführen - dies wäre entgegen gesetzlichen Regelungen - aber für einzelne Postleitzahlen die genaue Zahl der arabischstämmigen Bewohner nennt. Diese werden außerdem noch weiter nach dem Land ihrer Abstammung aufgeschlüsselt. Kategorien sind hierbei Ägypten, Irak, Jordanien, Libanon, Marokko, Palästina, Syrien, Arabien und andere.

Dies führt letztlich zu einer ziemlich genauen Erfassung. So lebten im Jahr 2000 - aus diesem Jahr stammen die Daten der Volkszählung - in dem Bereich der Postleitzahl 07856 insgesamt 3461, von denen 63 als "arabischstämmig" identifiziert wurden. Hiervon stammten 14 ursprünglich aus Marokko, 34 aus Syrien und 15 aus Arabien.

Die Mitarbeiterin der Volkszählungsbehörde, die diese Daten der Heimatschutzbehörde zur Verfügung stellte, fragte im April 2004 - offenbar auf Druck ihrer Vorgesetzten - nach, wofür die Daten denn eigentlich benötigt würden.

Die Antwort auf diese Frage kann nur als äußerst unglaubwürdig bezeichnet werden. Demnach sollte anhand der Anzahl der Arabischstämmigen bestimmt werden, an welchen Flughäfen auch Hinweisschilder in arabischer Sprache für Zollbestimmungen aufgestellt werden sollen.

Es wäre für ein solches Vorhaben kaum notwendig, zu wissen, aus welchen Ländern die Menschen abstammen, die Identifizierung "arabisch" würde vollauf genügen. Außerdem handelt es sich bei den Menschen um US-Staatsbürger, es ist also mit Sicherheit davon auszugehen, daß sie der englischen Sprache hinreichend mächtig sind. Würde es wiederum darum gehen, den Besuchern dieser Menschen arabischsprachige Hinweisschilder zu bieten, so wären hierfür Statistiken der Flughäfen zweifellos wesentlich aufschlußreicher.

Die E-Mail, in der die Sachbearbeiterin nach der Nutzung der Daten fragte, läßt auch darauf schließen, daß dies nur ein kleiner Teil der Daten ist, die von der Heimatschutzbehörde angefordert worden sind. Sie schreibt: "Meine Vorgesetzten stellen jetzt Fragen über die Nutzung der Daten, angesichts der Empfindlichkeit der verschiedenen Datenanforderungen über die arabische Bevölkerung, die wir erhalten haben."

Hier stellt sich sicherlich die Frage, was die US-Heimatschutzbehörde tatsächlich mit den so erlangten Daten anfangen will.

Der auch in dem Artikel der New York Times gemachte Hinweis auf die Tatsache, daß die US-Volkszählungsbehörde im 2. Weltkrieg Daten über japanischstämmige Amerikaner zur Verfügung gestellt hat, was zur Internierung von über 120.000 Menschen geführt hat, mag nur eine Möglichkeit sein, die Parallelen sind aber nicht von der Hand zu weisen.





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