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Die Vernichtung der Vergangenheit
03.08.2004








Einem Bericht des arabischen Fernsehsenders Al-Jazeera vom Sonntag zufolge geht die Vernichtung der irakischen Vergangenheit durch die Besatzer, die mit den zugelassenen Plünderungen direkt nach dem Einmarsch eingeläutet worden ist, immer noch ungehindert weiter.

Der irakische "Übergangskulturminister" Mufid al-Jazairi beklagte sich, daß unersetzbare historische Stätten und religiöse Artefakte durch die Besatzungstruppen zerstört werden. Zu den von den Soldaten beschädigten historischen Stätten gehört seiner Aussage nach auch das 100 Kilometer südlich Baghdads gelegene Babylon, wo ein großer Teil der 8.000 unter polnischer Führung stehenden Soldaten stationiert ist.

"Allein ihre Anwesenheit, mit ihren schweren Fahrzeugen, ist schon schädlich", sagte er und fügte hinzu, daß startende und landende Hubschrauber nur einen Teil der Probleme ausmachen.

"Wir wissen nicht, wieviel Schaden durch die Anwesenheit des Militärs entstanden ist, da es unseren Experten nicht gestattet wird, das Gebiet zu betreten. Aber wir haben Informationen erhalten, daß zahlreiche archäologische Stätten beschädigt oder zerstört worden sind", sagte er und nannte als Beispiele die Tempel von Ninma und Nabu und den berühmten Palast von Nebukadnezar.

Zu den beschriebenen Schäden gehören demnach eingestürzte Dächer und Mauern antiker Gebäude, aber auch vollständig zerstörte Gebäude.

Weitere Schäden seien von dem US-Unternehmen Kellogg, Brown & Root (KBR) bei Erdarbeiten und Baumaßnahmen verursacht worden. Al-Jazairi sagte, er wüßte nicht, welchen Zweck diese Maßnahmen haben und daß seine Behörde nicht darüber informiert worden sei.

Bereits im Juni hatten sich irakische Stellen wegen der Schäden in Babylon bei dem damaligen US-Verwalter des Iraks Paul Bremer und dem früheren Oberbefehlshaber der US-Truppen im Irak, Generalleutnant Ricardo Sanchez, beschwert. Sanchez veröffentlichte eine Erklärung, daß ihnen die Beschwerden bekannt sein.

Nach al-Jazairis Aussage war dies allerdings die einzige Folge der Beschwerden.

"Wir haben Bremer bereits im Juni aufgefordert, sich für ein sofortiges Ende dieser Aktivitäten einzusetzen, aber nichts ist passiert", so al-Jazairi. "Wir fordern die multinationalen Streitkräfte erneut auf, solche Aktivitäten sofort zu beenden. Wir können nicht länger ignorieren, was dort passiert und die Schäden, die verursacht werden."

Die Tatsache, daß das irakische Volk weiterhin durch derart rücksichtsloses Vorgehen der Besatzer seiner Vergangenheit beraubt wird, kann als weiterer Beleg dafür angesehen werden, daß diesen die Iraker völlig gleichgültig sind und es sich mitnichten um eine "Befreiung" gehandelt hat.

Daß außerdem Forderungen der angeblich souveränen irakischen "Übergangsregierung" von den ausländischen Truppen, die sich vorgeblich nur "auf Einladung" in dem Land aufhalten, vollständig ignoriert werden, zeigt ein weiteres Mal, daß diese "Übergangsregierung" nur als US-Marionette angesehen werden kann.





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