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Umerziehung im Irak
04.08.2004








Derzeit befindet sich im Irak mit Unterstützung der US-Regierung ein Pfadfinder-Programm im Aufbau.

Bereits Ende März wurde dieses Programm vom US-Außenministerium angekündigt, Ende Mai bestätigte auch die in der Schweiz ansässige internationale Organisation der Pfadfinder "World Organization of the Scout Movement" (WOSM), daß mit dem Aufbau einer irakischen Pfadfinder-Organisation begonnen worden ist.

Das Programm "wird positive Gefühle und Einheit zwischen den irakischen Kindern, Eltern und Gemeindeleitern schaffen", so das US-Außenministerium.

Sicherlich läßt sich darüber streiten, ob irakische Kinder derzeit tatsächlich am dringendsten eine solche Pfadfinder-Organisation benötigen, wirklich bemerkenswert wird dies allerdings erst, wenn man die damit verbundenen Personen genauer betrachtet.

Dem US-Außenministerium zufolge wird das Projekt gemeinsam von Michael R. Bradle und William "Chip" Beck geleitet.

Bradle wird als Präsident des Unternehmens "Tejas Corporate Partners" genannt, das sich mit der Untersuchung von Betrug in Firmen und Behörden beschäftigen soll. Die zugehörige Website des Unternehmens ist derzeit nicht erreichbar, ein Zugriff über den Google-Cache fördert allerdings unter anderem eine Seite zutage, die hieran doch erhebliche Zweifel aufkommen läßt.

Dort wird ein "Projekt der Religiösen Freiheit" vorgestellt.

"Tejas Corporate Partners hat ein Projekt gestartet, um Fakten zu untersuchen, die mit den Rechten der Menschen, Gott anzubeten, wie dies durch den ersten Zusatz der Verfassung der Vereinigten Staaten garantiert wird, zusammenhängen. Strategien werden entwickelt werden und ein landesweiter Plan wird eingesetzt werden, um die Rechte der Menschen, Gott anzubeten und ihre Religion auszuüben, zu schützen. Außerdem wird auch der Schutz von Familienwerten ein grundlegender Teil dieses Projektes sein", so die Website.

Weiter steht dort zum derzeitigen Status: "Ein nationaler Verteidigungsfonds wird derzeit entwickelt, der sich mit der gerichtlichen Verteidigung der Rechte religiöser Gruppen und gläubiger Menschen, sich mit der Anbetung Gottes zu beschäftigen, wie dies durch den ersten Zusatz der Verfassung garantiert wird, beschäftigen wird. Dieser Verteidigungsfonds wird sich außerdem mit Gerichtsprozessen zum Erhalt traditioneller Familienwerte beschäftigen."

Außerdem ist Bradle Präsident der American Archaeology Group, eines Unternehmens, das sich darauf spezialisiert hat, seinen Kunden die Durchführung deren "Energie- und Entwicklungsprojekte zu erleichtern", wenn sie aufgrund gesetzlicher Regelungen dazu gezwungen sind.

Darüberhinaus wird Bradle als Präsident der "Lone Star Investment Management" genannt, die sich demnach mit "Öl- und Gas-Investitionen" befasst.

Noch bemerkenswerter ist allerdings William Beck, da es sich bei ihm um ein "früheres" Mitglied der CIA handelt, der er offiziell von 1970 bis 1993 angehörte. Zu Beginn arbeitete er in Laos und Kambodscha als Berater von Guerillas und hatte später Kampfeinsätze in Angola, Westsahara, Sudan, El Salvador, Honduras, Nicaragua, Beirut, Kolumbien und auch im Golfkrieg.

Die Website der irakischen Pfadfinder-Organisation ist nur eine Umleitung auf die Website der "Iraqi American Foundation", die nach eigener Beschreibung "gegründet wurde, um die Beziehungen zwischen dem irakischen und dem amerikanischen Volk durch eine Reihe von Programmen und Initiativen zu fördern und zu stärken."

Als ein weiterer Direktor der Organisation wird dort Christopher M. Harvin genannt.

Harvin hatte als Pressesprecher des US-Verwalters des Iraks, L. Paul Bremer gearbeitet und war außerdem an der Wahlkampagne für George W. bush im US-Bundesstaat South Carolina beteiligt. Zuvor hatte er bereits als ein Pressesprecher des Pentagons gearbeitet und in dieser Eigenschaft den US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld häufig auf Reisen begleitet.

Die engen Verbindungen der Führungsriege der Organisation mit Ölgesellschaften, der US-Regierung und sogar der CIA wecken mehr als nur begründete Zweifel daran, daß es den Beteiligten tatsächlich nur darum geht, mit Kindern an Lagerfeuern zu sitzen.

Vielmehr könnte die Eigenbeschreibung der "Iraqi American Foundation" als ein deutlicher Hinweis auf die wahren Beweggründe angesehen werden, nämlich der gezielten Umerziehung der irakischen Kinder mit "westlichen Werten".





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