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"Revolution" im Irak
06.08.2004








Medienberichte vom Freitag lassen keinen Zweifel daran, daß der "Waffenstillstand" zwischen der al-Mahdi-Armee des Geistlichen Muqtada al-Sadr und den Besatzern beendet ist.

Neben den Kämpfen in der heiligen Stadt Najaf, bei denen unter anderem auch ein US-Hubschrauber abgeschossen worden ist, kam es am Donnerstag und Freitag in zahlreichen weiteren Städten zu Kämpfen mit Soldaten der Besatzungstruppen.

Allein im Stadtteil Sadr City der Hauptstadt Baghdad wurden bei Kämpfen an den beiden Tagen bisher 19 Menschen getötet und 11 verletzt, berichtete AP unter Berufung auf das irakische Gesundheitsministerium. Nach US-Angaben wurden bei mehreren Angriffen in Baghdad insgesamt 15 US-Soldaten verwundet.

In Nasiriyah sind die dort stationierten italienischen Soldaten einem Sprecher des italienischen Militärs zufolge ebenfalls massiven Angriffen ausgesetzt. Italienische Patrouillen, Einrichtungen und eine italienische Polizeiwache wurden in über einem dutzend Fällen mit Panzerfäusten, Mörsern und Gewehren angegriffen, berichtete der arabische Fernsehsender Al-Jazeera am Freitag.

"Es war eine äußerst angespannte Nacht und wir sind weiterhin in höchster Alarmbereitschaft", so Hauptmann Ettore Sarli, Sprecher des italienischen Militärs in der Stadt. "Ein italienisches Sonderkommando kontrolliert das Zentrum von Nasiriyah und die Brücken und wir versuchen, mit der Miliz mit Hilfe des Gouverneurs der Stadt zu verhandeln", so Sarli weiter.

Während die al-Mahdi-Armee sagte, sie habe bei den Kämpfen mindestens vier gepanzerte Lastwagen der Italiener zerstört, sagte Sarli, es gäbe bisher "keine Hinweise" dafür, daß vier Fahrzeuge zerstört worden seien.

Auch in Najaf gingen die Kämpfe am Freitag unvermindert weiter. "Die Gegend nahe der Imam-Ali-Moschee befindet sich im Krieg", so Ahmed al-Shaibany, ein Mitarbeiter al-Sadrs. "Najaf steht der vollständigen Zerstörung gegenüber."

In der 100 Kilometer nördlich Baghdads gelegenen Stadt Samarra wurde ein aus 10 Humvees bestehender US-Konvoi am Morgen angegriffen. Bei den Kämpfen wurden mindestens 2 Menschen getötet und 16 weitere verletzt, sagte Ahmed Jadou'a, ein Mitarbeiter des Krankenhauses der Stadt. Außerdem wurden zwei Häuser zerstört.

Die Basis Camp Wolf in der Nähe der Stadt Najaf wurde nach Angaben eines Sprechers des polnischen Militärs am Freitagmorgen mit Mörsern angegriffen, wie auch eine ukrainische Basis, die allerdings verfehlt wurde.

Auch in der von britischen Soldaten besetzten südirakischen Stadt Basra ist es am Donnerstag zu Kämpfen gekommen, bei denen nach Angaben von As'ad al-Basri, eines Spreches al-Sadrs, mindestens 5 Mitglieder der al-Mahdi-Armee getötet worden sind. "Die Zusammenstöße mit den Briten werden weitergehen und nach den Freitagsgebeten eskalieren", sagte er.

In der Stadt Amarah, 250 Kilometer südöstlich Baghdads, sind nach Angaben von Augenzeugen vier Polizeistationen von Mitgliedern der al-Mahdi-Armee besetzt worden.

Wie die Washington Post am Freitag berichtete, behauptet die al-Mahdi-Armee, Najaf, Amarah, Nasiriyah und Basra unter ihre Kontrolle gebracht zu haben, was von Seiten der irakischen "Übergangsregierung" allerdings bestritten wurde.

Die Kämpfe belegen, daß al-Sadrs Aufruf, erneut bewaffneten Widerstand gegen die Besatzer zu leisten, befolgt wird.

"Dies ist eine Revolution gegen die Besatzungsstreitkräfte, bis wir Unabhängigkeit und Demokratie bekommen", so Ahmed al-Shaibany telephonisch gegenüber der Washington Post.





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