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Die neue irakische "Freiheit"
07.08.2004








Einem Bericht des arabischen Fernsehsenders Al-Jazeera vom Samstag zufolge ist dessen Büro in Baghdad von der irakischen "Übergangsregierung" für einen Monat geschlossen worden.

Bei der Ankündigung der Maßnahme auf einer Pressekonferenz sagte der irakische "Innenminister" Falah al-Naqib, der Sender solle durch die Schließung "die Chance erhalten, seine Politik gegen den Irak wieder in Ordnung zu bringen."

"Sie haben viele Verbrechen und Verbrecher im Fernsehen gezeigt und sie verbreiten ein schlechtes Bild über den Irak und über die Iraker und ermuntern Kriminelle, ihre Aktivitäten zu verstärken", sagte er.

Der irakische "Premierminister" sagte: "Wir haben ein unabhängiges Komitee gebeten, Al-Jazeera in den vergangenen vier Wochen zu beobachten... um zu sehen, welche Gewalt sie befürworten und zu Haß, Problemen und ethnischen Spannungen anstacheln."

"Dies ist eine Entscheidung, die von dem nationalen Sicherheitskomitee getroffen worden ist, um die Menschen des Iraks zu schützen, im Interesse des irakischen Volkes", so Allawi weiter.

Bei einem Interview des Senders mit dem irakischen "Außenminister" Hoshyar Zebari am 25. Juli in Moskau hatte dieser Al-Jazeera einseitige Berichterstattung vorgeworfen. "Wir werden nicht jene tolerieren, die die Pressefreiheit ausnutzen", sagte er. "Diese Sender sind Sender der provokation gegen die Interessen, Sicherheit und Gefahrlosigkeit des irakischen Volkes geworden und die irakische Regierung wird gegenüber solchem Verhalten nicht nachsichtig sein." Neben Al-Jazeera sprach er hierbei von Al-Arabiya, dem libanesischen Al-Manar, der zur Hizb Allah gehört, und dem iranischen Sender Al-Alam.

Durch die einmonatige Schließung des Al-Jazeera-Büros soll mit Sicherheit ein Exempel statuiert werden, daß die anderen genannten Sender soweit einschüchtern soll, daß diese sich auf eine "zurückhaltendere" Berichterstattung zurückziehen.

Al-Jazeera selbst war in der Vergangenheit schon häufiger kritisiert worden, weil der Sender in letzter Zeit offensichtlich weniger kritisch über die Besatzung des Iraks berichtet hatte.

So sagte Muhammad Bashar al-Faidhi, ein Sprecher der Vereinigung moslemischer Gelehrter anläßlich der Schließung: "Es gibt zahlreiche Tragödien, über die nicht berichtet worden ist. Wir hatten uns gefragt, warum Al-Jazeera diese Tatsachen nicht berichtet hatte und es hat uns geärgert, aber als wir von dem amerikanischen Druck auf den Sender erfuhren, verstanden wir es."

Erst kürzlich hatte der US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld beim "Chicago Council on Foreign Relations" Al-Jazeera und Al-Arabiya beschuldigt, das Ansehen der USA in der arabischen Welt zu beschädigen.





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