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Der Osama-Symbiont
08.08.2004








Wikipedia beschreibt eine Symbiose als "das Zusammenwirken zweier Systeme zum beiderseitigen Vorteil, die jedoch durch ein gegenseitiges Abhängigkeitsverhältnis einen Teil ihrer Autonomie verloren haben."

Dies scheint eine auch überaus treffende Beschreibung des US-Präsidenten George W. Bush und des vorgeblichen "Topterroristen" - wer ist eigentlich ein "Solalaterrorist"? - und "Al-Qaida-Anführers" Osama bin Laden zu sein.

Bereits vor einem Monat wurde innerhalb der US-Regierung darüber nachgedacht, ob die Präsidentschaftswahlen im November verschoben werden könnten, sollte kurz zuvor ein Anschlag in den USA verübt werden.

Derartige Überlegungen wurden zwar schon kurz darauf von der US-"Sicherheitsberaterin" Condoleezza Rice zurückgewiesen, dies erfolgte aber erst, nachdem sich großflächiger Widerstand gegen diese Pläne regte.

Am Sonntag nun berichtete die New York Times unter Berufung auf einen nicht genannten "hochrangigen Geheimdienstmitarbeiter", daß Al-Qaeda tatsächlich plane, die Wahlen durch einen Anschlag "stören" wolle.

Die Informationen, die diesen "Geheimdienstinformationen" zufolge eine aktuelle Bedrohung nahelegen, stammen den anonymen Quellen zufolge aus Aussagen der kürzlich in Pakistan gefangengenommenen Männer und einem Ahmed Ghailani, einem dieser Männer, gehörenden Notebook.

Ghailani, der von den USA als "hochrangiges Al-Qaida-Mitglied" bezeichnet wird, hatte Berichten zufolge ein Notebook bei sich, auf dem zahlreiche Information, Karten, Pläne und E-Mails abgespeichert waren. Daß die Darstellung Pakistans und der USA alles andere als schlüssig ist, sei hier nur am Rande erwähnt. Ausgehend davon, daß es sich bei dem Gefangenen tatsächlich um das "hochrangige Al-Qaida-Mitglied" Ghailani handelt, so muß ihm klar sein, daß ihn mit größter Wahrscheinlichkeit zumindest mittelfristig die Todesstrafe in den USA erwartet. Ein "hochrangiges Mitglied" einer Organisation, die immer wieder auch Selbstmordanschläge durchgeführt haben soll, soll es demnach also vorgezogen haben, sich zu ergeben. Mag man dies noch akzeptieren, so ist der Gedanke, daß er sich seine letzte Kugel nicht zumindest für die Festplatte seines Notebooks aufgespart haben soll, mehr als unlogisch, da er hierdurch nicht nur ihn selbst belastendes Material auslieferte, sondern damit letztlich auch die von ihm angeblich vertretenen Ziele verraten hätte.

Versucht man allerdings, etwas hinter den Vorhang zu schauen, so fällt auf, daß sowohl die amerikanische Regierung als auch die "Terrororganisation Al-Qaida" - deren unabhängige Existenz sei hier als Tatsache angenommen - vom jeweils anderen weitaus mehr profitieren, als dies auf den ersten Blick den Anschein hat.

So führt George W. Bush zwar seit Jahren den "Krieg gegen den Terror", dies hat aber selbst nach Aussage der US-Regierung offenbar nicht zu einer wirklichen Schwächung Al-Qaidas geführt, geschweige denn zur Gefangennahme des "Topterroristen" Osama bin Laden. Vielmehr haben zwei US-geführte Angriffskriege zu einem bisher ungekannten Zulauf für Al-Qaida und anderen ideologisch verwandten Gruppen geführt.

Und die US-Regierung wiederum ist zwar in Meinungsumfragen in letzter Zeit aufgrund der katastrophalen Verhältnisse im Irak langsam aber stetig abgefallen, die Anschläge vom 11. September 2001 verdoppelten allerdings fast die Zustimmung des US-Bürger zu seiner Politik.

Insgesamt ist diese Quote zwar in einem beständigen Abwärtstrend, befindet sich aber dank des "Kriegs gegen den Terror" immer noch bei fast 50 Prozent - ohne Ereignisse wie die Anschläge oder den Irakkrieg würde sie vermutlich noch wesentlich niedriger sein.

Auch ein Anschlag direkt vor den Wahlen könnte sich wiederum entsprechend positiv für beide Parteien auswirken. Bisher mag es Widerstände gegen eine Verschiebung der Wahl selbst geben, sollte allerdings der Gegenkandidat selbst auch Opfer des Anschlags werden, so würde wohl kaum noch jemand einer Verschiebung widersprechen wollen.

Im November des letzten Jahres hatte der US-General Tommy Franks in einem Interview gesagt, ein Anschlag mit Massenvernichtungswaffen würde zur Umwandlung der amerikanischen Demokratie in eine Militärdiktatur führen. Gleiches könnte für einen Anschlag wie eben beschrieben gelten.

Eine Perspektive, die sowohl George als auch Osama gefallen könnte.





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