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Folter in Guantánamo
13.08.2004








Ein Artikel der australischen Herald Sun vom Donnerstag belegt ein weiteres Mal, daß die in der US-Militärbasis Guantánamo Bay auf Kuba gefangengehaltenen Menschen gefoltert werden.

Mamdouh Habib, ein australischer Staatsbürger, ist vor über zwei Jahren in Pakistan gefangengenommen und bisher nicht angeklagt worden.

Nun wurde es seiner Frau Maha zum ersten Mal erlaubt, mit ihm zu sprechen, wenn auch nur für 30 Minuten und unter strengen Auflagen. Dazu gehörte, daß kein arabisch gesprochen und weder sein Fall noch seine Behandlung in der Gefangenschaft erwähnt werden durfte. Außerdem wurde das Gespräch mitgehört.

Während es für seine Frau das erste Mal seit seiner Gefangennahme war, scheint es nicht das erste Mal gewesen zu sein, daß dieser Eindruck zumindest bei ihm erweckt werden sollte.

Die ersten fünf Minuten des Telephongesprächs benötigte seine Frau, um ihn davon zu überzeugen, daß sie es tatsächlich ist.

"Er sagte 'Was macht mich sicher, wie soll ich wissen, daß Du es bist, Maha?'", erzählte sie.

Daraufhin sagte sie: "Erinnerst Du Dich an unsere erste Nacht, als wir verheiratet waren, wohin wir gegangen sind?", woraufhin er sie fragte: "Wohin?"

Erst nachdem sie ihm dies sagte, zeigte er sich überzeugt.

"Dann sagte er: 'Hör zu Maha, kümmere Dich nur um die Kinder, kümmere Dich um Dich selbst, vertraue nicht, niemandem.'", berichtete seine Frau von dem Gespräch.

An einer Stelle, als er einen Film erwähnte, wurde das Gespräch von den Mithörern unterbrochen, um sie nochmals auf die Bedingungen für das Gespräch hinzuweisen.

"Erinnerst Du Dich an den Film 'Lock Up'?", fragte er seine Frau, was diese bejahte.

"Das ist, was mir jetzt passiert.", sagte er, woraufhin das Gespräch unterbrochen wurde.

Der Film "Lock Up" zeigt, wie ein von Sylvester Stallone gespielter Gefängnisinsasse von einem sadistischen Gefängnisdirektor körperlich und seelisch mißhandelt wird. Aufgrund der harten Bilder ist der Film beispielsweise in Deutschland erst ab 18 Jahren freigegeben.

"Wissen Sie, er hat aufgegeben und er hat gesagt 'Ich halte es nicht mehr aus' und daß er glaubt, uns nie wieder zu sehen", sagte seine Frau.

Letztlich ist allerdings die reine Existenz des Gefangenenlagers Guantánamo Bay - und der zahlreichen anderen überall auf der Welt - ein ausreichender Beleg dafür, daß die dort ohne Anklage Gefangengehaltenen mißhandelt werden. Würden die USA sie entsprechend den eigenen Gesetzen behandeln wollen, so könnten sie dies wesentlich einfacher - und mit weniger ausländischer Kritik - im eigenen Land tun.





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