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Zeugen unerwünscht
15.08.2004








Wie AP am Sonntag berichtete, hat die "irakische Polizei" in der heiligen Stadt Najaf Anstrengungen unternommen, zu verhindern, daß unabhängige Journalisten weiterhin über das Vorgehen des US-Militärs berichten können.

Zuerst war Journalisten geraten worden, die Stadt zu verlassen, da es angeblich ein Gerücht gab, daß Journalisten Ziel eines Autobombenanschlags werden sollten.

Nachdem die überwiegende Zahl der Journalisten sich hiervon unbeeindruckt zeigte - tatsächlich erscheint diese Behauptung im höchsten Maße unglaubwürdig - überbrachten Polizisten später eine Anordnung, der zufolge Journalisten die Stadt sofort verlassen müßten.

Vier Polizeiwagen hatten ein Hotel in der Stadt, in dem Journalisten untergebracht sind, umstellt. Dann wurde die von dem Polizeichef der Stadt, Generalmajor Ghalib al-Jazaari, unterzeichnete Anordnung übergeben.

Die Anordnung selbst nannte zwar keine Strafen bei Zuwiderhandlung, Journalisten in dem Hotel zufolge drohten die sie überbringenden Polizisten aber, alle verbleibenden Journalisten würden verhaftet und Kameras und Mobiltelephone konfisziert werden. Als Folge haben bereits zahlreiche Journalisten Najaf verlassen.

Diese Maßnahme, nur wenige Stunden, bevor das US-Militär erneut begann, mit Waffengewalt gegen die Anhänger des shiitischen Geistlichen Muqtada al-Sadr, die al-Mahdi-Armee, vorzugehen, läßt keinen Zweifel daran, daß hier verhindert werden soll, daß unabhängige Zeugen aus der Stadt berichten können.

Angesichts zahlreicher direkt durch US-Soldaten getöteter Journalisten - was in allen Fällen ohne Konsequenzen für die Soldaten blieb - ist offensichtlich, daß dies nicht aus Besorgnis um die Medienvertreter geschieht.

Sollte es gelingen, sämtliche Journalisten aus der Stadt zu vertreiben oder gefangenzunehmen, so stünden nur noch Berichte von in US-Einheiten "eingebetteten Journalisten" und Erklärungen von Seiten al-Sadrs zur Verfügung.

Gerade im Hinblick auf die "menschlichen Schutzschilde" um die Imam-Ali-Moschee wird hierdurch der Verdacht erhärtet, daß das US-Militär in der Stadt ein Massaker plant oder doch zumindest bewußt ein solches in Kauf nimmt.
Angesichts zahlreicher direkt durch US-Soldaten getöteter Journalisten - was in allen Fällen ohne Konsequenzen für die Soldaten blieb - ist offensichtlich, daß dies nicht aus Besorgnis um die Medienvertreter geschieht.




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