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"Wenn Sie auffliegen, kennen wir Sie nicht"
16.08.2004








Es ist eine Szene, die schon hundertfach in Filmen und im Fernsehen gespielt worden ist: ein hochrangiger Regierungsvertreter eines "westlich-demokratischen" Landes schickt den "Helden" auf eine höchst illegale, aber - da er der "Held" ist - sicherlich äußerst erfolgversprechende Mission in ein "feindliches" Land.

Liegen die Dreharbeiten schon länger zurück, so handelt es sich bei diesem "feindlichen" Land mit fast absoluter Sicherheit um ein Mitglied des damaligen Ostblocks. Neuere Produktion greifen hierauf zwar auch noch verhältnismäßig gern zurück, ebenfalls im Osten, aber weiter südlich gelegene Länder holen aber stark auf. Gleichgültig, ob es sich um China oder Afghanistan handelt, es steht eben kein anderes - rechtsstaatliches - Mittel zur Verfügung, um die Aufgabe zu lösen und den "Schurken" zu besiegen - jedenfalls nicht, wenn dies innerhalb der Laufzeit des Films gelingen muß.

Besonders progressive Drehbuchautoren wenden ihren Blick auch gern einmal nach Südamerika, wenn sie auf der Suche nach einem geeigneten Schauplatz sind. Da sich dort anscheinend nur Kommunisten und mächtige Drogenhändler herumtreiben verbietet sich eine Vorgehensweise, die auf die Anwendung unnötiger Gewalt verzichtet, offenbar geradezu.

Während der "Regierungsvertreter" dem "Helden" also seine Aufgabe in diesem "feindlichen Land" erklärt kommt es fast unvermeidbar zu diesem schon so häufig gehörten Satz:

"Sollten Sie oder einer Ihrer Mitarbeiter während des Auftrags gefaßt oder getötet werden, müssen wir leugnen, Sie zu kennen."

Es scheint fast, als hätte einer dieser Drehbuchautoren seine neuste Geschichte nach Afghanistan im Jahr 2004 verlegt.

Da ist Jonathan "Jack" Idema, ein US-Bürger und ehemaliges Mitglied des Eliteeinheit "Green Berets". Bereits im Jahr 2001, kurz nach der Eroberung des Landes unter Führung des US-Militärs war er nach Afghanistan gekommen.

Am 5. Juli nun war er in der afghanischen Hauptstadt Kabul zusammen mit 2 weiteren US-Bürgern und 4 Afghanen von den örtlichen Behörden verhaftet worden, weil er dort ein "Privatgefängnis betrieb", in dem die Gefangenen auch regelmäßig gefoltert wurden.

Mittlerweile stehen er und seine Mitfolterknechte in Afghanistan vor Gericht. Während das US-Militär noch bevor seine Verhaftung bekannt geworden war in einer Erklärung bereits jegliche Verbindung zu Idema bestritt, wird er nicht müde zu behaupten, daß er mit Wissen der und für die US-Regierung gehandelt habe.

Später gab das US-Militär allerdings zu, mehrere Gefangene von Idema übernommen zu haben. Allerdings seien sie durch das Auftreten und die Uniformen, die US-Uniformen "ähnlich" sahen, getäuscht worden und hätten geglaubt, es habe sich um Mitglieder einer Spezialeinheit gehandelt.

Wie Al-Jazeera am Montag berichtete, beschuldigte Idema nun das amerikanische FBI, 200 Videobänder, 500 Seiten an Dokumenten und mindestens 400 Photos, die sich bisher im Besitz des Afghan National Directorate of Security (NDS, "Afhganische Nationaldirektion für Sicherheit") befanden, an sich gebracht zu haben.

Seiner Aussage zufolge belegten diese beschlagnahmten "Beweismittel" detailliert seine Verbindungen zum FBI, der CIA, dem US-Verteidigungsministerium und dem US-Militär.

"Vor dem Richter liegt die vom FBI unterzeichnete Empfangsbestätigung. Warum hat der Richter dem FBI erlaubt, Beweismittel vom NDS zu nehmen? Jetzt sind sie in der US-Botschaft, wo sie niemals jemand zu sehen bekommen wird", so Idema.





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