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"Für uns oder gegen uns"
18.08.2004








Wie AP am Mittwoch berichtete, sind 2 irakische Gefangene im Gefängnis Abu Ghurayb von US-Militärpolizisten erschossen und 5 weitere verletzt worden.

Nach Darstellung des US-Militärs war es aus unbekannten Gründen zu einer Schlägerei unter Gefangenen gekommen, als einige von ihnen andere mit Steinen und Zeltstangen angriffen. Dies weitete sich schnell auf insgesamt 200 Gefangene aus, sagte Oberstleutnant Barry Johnson, Sprecher des US-Militärs für Gefangenenlager.

Demnach hätten die Gefangenen auch Steine auf US-Soldaten geworfen und "mündliche Warnungen" als auch eine darauffolgende Salve von Gummigeschossen "ignoriert".

Dann habe sich das Militär entschieden "tödliche Gewalt" einzusetzen, weil ein Gefangener kurz davor stand, von anderen getötet zu werden, so Johnson.

"Es wurde der Beschluß gefaßt, daß wenn tödliche Gewalt nicht angewendet werden würde, dieser Gefangene getötet werden würde", sagte er. "Also wurde tödliche Gewalt in Form von gezielten Schüssen auf jene, die am stärksten an der Gewalt gegen die angegriffene Person beteiligt waren, angewendet."

Ein Gefangener wurde direkt getötet und der zweite starb an seinen Schußverletzungen in einem Militärkrankenhaus.

An erster Stelle ist an der Erklärung des US-Militärs sicherlich bemerkenswert, daß Abu Ghurayb trotz mehrerer "Freilassungswellen" offensichtlich immer noch hoffnungslos überbelegt ist, da sich im Innern immer noch ein Zeltlager, in dem hunderte Gefangene untergebracht sind, befindet.

Angenommen, die Darstellung des US-Militärs entspricht der Wahrheit - und die Toten und Verletzten sind nicht in Wahrheit Opfer von Folterungen geworden - so zeigt auch dies die fast bedingungslose Rücksichtslosigkeit der US-Soldaten gegenüber Irakern und die menschenverachtende Kompromißlosigkeit, die schon US-Präsident George W. Bush mit seinem "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns" zum Ausdruck gebracht hat.

Nachdem Gummigeschosse vorgeblich ihre Wirkung verfehlten, ist Johnsons Aussage nach direkt gezielt auf die Gefangenen geschossen worden. Es wurde demnach kein Versuch unternommen, die Menschen durch gezielte Schüsse derart zu verletzen, daß sie kampfunfähig waren, vielmehr wurde von Beginn an bewußt geschossen, um zu töten.

Daß hiermit der langen Liste der Kriegsverbrechen der USA ein weiteres hinzugefügt worden ist, dürfte angesichts systematischer Folterungen, menschenunwürdiger Behandlung Gefangener, "Sippenhaft", der nicht vorhandenen Rücksicht auf das Leben von Zivilisten und der fast vollständigen Ignoranz gegenüber den Pflichten als Besatzer kaum noch ins Gewicht fallen.





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