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Die Büchse der Pandora
19.08.2004








Ein weiteres Land droht, dem "leuchtenden Vorbild" USA hinsichtlich von "Präventivschlägen" auf mehr oder minder vermeintliche Bedrohungen zu folgen.

In einem Interview des iranischen Verteidigungsministers Ali Shamkhani mit dem arabischen Fernsehsender Al-Jazeera sagte Shamkani, daß innerhalb des iranischen Militärs über "Präventivschläge" nachgedacht werde.

"Wir werden nicht ruhig dasitzen und darauf warten, was andere mit uns machen. Einige Kommandeure des iranischen Militärs sind davon überzeugt, daß präventive Operationen, über die die Amerikaner reden, nicht ihr Monopol sind", antwortete auf eine Frage nach der Möglichkeit eines israelischen oder amerikanischen Angriffs auf die iranischen Atomanlagen.

"Amerika ist nicht allein in der Region präsent. Wir sind auch präsent, von Khost bis Kandahar in Afhganistan, wir sind präsent im Golf und wir können im Irak präsent sein", so Shamkhani.

Erst am Vortag hatte die iranische Presse General Muhammad Baqir Zolqadr, einen Kommandeur der Eliteeinheit "Sepah-e Pasdaran" ("Revolutionsgarden"), mit den Worten zitiert "Wenn Israel eine Rakete auf das Atomkraftwerk Bushehr abfeuert, sollte es sich endgültig von seiner Atomanlage Dimona, wo es Atomwaffen produziert und aufbewahrt, verabschieden und Israel wäre verantwortlich für die schrecklichen Folgen dieser Handlung."

In der vergangenen Woche hat das iranische Militär nach eigenen Angaben einen erfolgreichen Test mit einer "verbesserten" Version seiner Shahab 3-Rakete unternommen. Der Leiter der Sepah-e Pasdaran, Yad Allah Javani, hatte am Sonntag Israel gewarnt, daß "das komplette zionistische Gebiet einschließlich seiner Nukleareinrichtungen und Atomwaffen jetzt innerhalb der Reichweite der weiterentwickelten iranischen Raketen liegt."

Im Juli hatte Israel nach eigenen Angaben erfolgreich eine weiterentwickelte Version des Arrow II Raketenabwehrsystems getestet.

Iran befürchtet offensichtlich, daß Israel mit Bushehr die Zerstörung des irakischen Atomreaktors in Osirak im Jahr 1981 wiederholen könnte. Israel und die USA beschuldigen den Iran, mit Hilfe des Reaktors waffenfähiges Plutonium herstellen zu wollen, um so in den Besitz von Atomwaffen zu gelangen. Dies wird vom Iran vehement bestritten.

Das Zeitfenster für einen solchen Angriff wird immer kleiner, da er nur erfolgen kann, solange der Reaktor noch nicht im Betrieb ist, da danach die Zerstörung eine großflächige radioaktive Verseuchung der ganzen Region bedeuten würde.

Die Inbetriebnahme soll im kommenden Jahr erfolgen.

Zwar gehören Spannungen zwischen Iran und Israel mehr oder weniger zum Alltag, die offenen Drohungen zeigen aber, daß die Nervosität derzeit wächst. Es ist zwar wenig wahrscheinlich, daß der Iran einen unprovozierten Erstschlag gegen Israel ausführen würde, da dies praktisch unweigerlich einen Angriff mit Atomwaffen seitens Israel nach sich ziehen würde, die geäußerten Gedanken über "Präventivschläge" sind allerdings kaum geeignet, die Situation in der Region zu stabilisieren.





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