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Propaganda funktioniert
21.08.2004








Eine am Freitag veröffentlichte Studie (Adobe Acrobat-Datei) des "Program on International Policy Attitudes" (PIPA) kann als weiterer Beleg dafür angesehen werden, daß Propaganda und deren Widerholung durch "gewogene" Medien mehr als geeignet sind, die Bevölkerung wunschgemäß zu beeinflussen.

Für die Studie wurden in der Zeit vom 5. bis 11 August 2004 in den USA landesweit 733 Erwachsene per Zufall ausgewählt und befragt. Die mögliche Fehlerquote wird mit 3,7 Prozent angegeben.

Der "Abschlußbericht" der "Untersuchungskommission" zu den Anschlägen vom 11. September 2001 ist Ende Juli veröffentlicht worden. Auch wenn dieser alles andere als wirklich aufklärend und unabhängig war, so stellte er doch klar, daß der Irak Al-Qaida keinerlei Unterstützung gewährt hat. Ein Untersuchungskomitee des US-Senats stellte seinerseits fest, daß der Irak weder Massenvernichtungswaffen noch ein Programm zu ihrer Herstellung besessen hat.

Von den Befragten kannten nur 44 Prozent den Bericht des Senatskomitees und nur 47 Prozent den der Untersuchungskommission. Selbst von jenen, die den Bericht des Senatskomitees kannten, sagten nur 58 Prozent, daß die "meisten Experten glauben, daß der Irak keine Massenvernichtungswaffen besaß". Bei der Gesamtmenge der Befragten lag dieser Wert bei 43 Prozent - ein Anstieg von nur 9 Prozent von 34 Prozent bei einer Umfrage im April 2004.

Da auch 40 Prozent der Ansicht sind, daß der Irak "nach Expertenmeinung" Al-Qaida in großem Maße unterstützt hat - gegenüber 47 Prozent im April - ist es kaum verwunderlich, daß immer noch 46 Prozent der Befragten der Ansicht sind, daß es "die richtige Entscheidung war", Krieg gegen den Irak zu führen.

Sogar 60 Prozent der Umfrageteilnehmer sagten, ihrer Ansicht nach sage die Bush-Regierung derzeit, daß der Irak vor Kriegsbeginn Massenvernichtungswaffen besessen hat.

Obwohl der Beginn des Angriffskriegs gegen den Irak mittlerweile fast eineinhalb Jahre zurückliegt, unzählige Prognosen und Versprechungen der US-Regierung - angefangen von Irakern, die US-Soldaten mit Blumen begrüßen bis hin zur Heimkehr von US-Soldaten - gebrochen worden sind und die Kosten mit hunderten Milliarden und fast 1.000 getöteten US-Soldaten immer weiter steigen, zeigten sich noch 36 Prozent der Befragten "zuversichtlich", daß die USA im Irak "erfolgreich" sein würden. 40 Prozent zeigten sich überzeugt, daß der Krieg zu mehr Frieden und Stabilität im Mittleren Osten führen würde.

Trotz zehntausender getöteter irakischer Zivilisten, anhaltender Gesetzlosigkeit, äußerst mangelhafter Stromversorgung, Arbeitslosenquoten, die den Titel "vollständig" verdienten und täglichen Kämpfen in den Städten sind 46 Prozent der Befragten sicher, daß das Leben des "durchschnittlichen Irakers" nun gegenüber der Zeit vor dem Krieg besser sei.

Nur 51 Prozent glauben, daß die Mehrheit der Iraker wollen, daß die USA abziehen.

Während sich die Hinweise mehren, daß über 30.000 Zivilisten seit Beginn des Krieges getötet worden sind und selbst äußerst vorsichtige Schätzungen von fast 12.000 sprechen, antworteten die Teilnehmer der Umfrage im Durchschnitt mit "2.000".

Die hier genannten Zahlen widersprechen so grundlegend den - eigentlich - allgemein bekannten Fakten, daß ein derart hoher Anteil abweichender Ansichten nur als Folge der anhaltenden Propaganda bezeichnet werden kann.





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