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"Nur eine Stunde ehrlicher Berichterstattung"
24.08.2004








Der Generalsekretär der irakischen al-Irshad und al-Fatwa-Vereinigung hat gegenüber Al-Jazeera die Art der Berichterstattung über den Irakkrieg scharf kritisiert.

Er beschuldigt die Medien, mit den Besatzungskräften zusammenzuarbeiten, um Berichte über Operationen des irakischen Widerstands zu unterdrücken und das "ehrenvolle" Image des Widerstands zu beschädigen.

Scheich Mahdi al-Sumaidaai warf den Medien vor, sich mit den Informationen und Zahlen, die von den US-Behörden veröffentlicht werden, zu begnügen.

"Ich rufe die Medien auf, damit aufzuhören, die Nachrichten zu verdrehen und Taten des irakischen Widerstands als bloße Tötungen irakischer Bürger darzustellen", sagte er.

"Wenn die Medien eine Stunde lang ehrlich darüber berichten würden, was der irakische Widerstand täglich tut, dann würde ich wetten, daß die Mütter und Schwestern der US-Soldaten im Irak in die Straßen Amerikas strömen und Bush anschreien würden, damit er die Soldaten aus dem Irak abzieht", so al-Sumaidaai.

Umar Zaidan, ein irakischer Journalist und Redaktionssekretär der Zeitung al-Basaer stimmt dem zu. Seiner Aussage nach werden Angriffe auf die Besatzer von den Medien ignoriert.

"Neben der Tatsache, daß ich ein Redaktionssekretär einer Zeitung bin, bin ich auch ein Bürger der Stadt al-Ramadi, die für ständige Angriffe auf US-Streitkräfte bekannt ist, und ich habe viele Angriffe auf US-Soldaten und -Einrichtungen gesehen. Beispielsweise habe ich anfangs dieses Monats einen Angriff auf einen US-Kontrollposten in der östlichen Einfallstraße nach al-Ramadi gesehen. Es gab mindestens 20 Getötete oder Verletzte, aber die Nachrichten sprachen nur von 2 Opfern", sagte er.

Er kritisierte außerdem, daß vielfach Worte gezielt verwendet werden, um die Wahrheit zu verschleiern.

"Normalerweise benutzen wir das Wort ‚Opfer' zu Beginn eines Vorfalls, wenn die Situation noch unklar ist. Aber nachdem wir genügend Informationen haben, nennen wir die Zahl der Toten und die Zahl der Verwundeten und manchmal gehen wir im einzelnen darauf ein, wie schwer die Verwundungen sind, aber bei den US-Streitkräften im Irak sind es immer Opfer und die Zahl ist immer niedriger als die Wahrheit", so Zaidan.

Bemerkenswerterweise wurde dies von Oberstleutnant T.V. Johnson, dem Offizier für Öffentlichkeitsarbeit des First Marines Expeditionary Force, gegenüber Al-Jazeera sogar bestätigt.

"Es ist etwas, das alle Armeen in Kriegszeiten tun. Man will nicht, daß der Gegner über die tatsächlichen Verluste und ob er bei einem Angriff auf unsere Soldaten erfolgreich war, Bescheid weiß", sagte er.

Johnson gibt hier also unumwunden zu, daß die vom US-Militär genannten Zahlen der eigenen Verluste nur einen Teil der Wahrheit darstellen.





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