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Marsch nach Najaf
25.08.2004








Am Mittwoch berichteten die Agenturen, daß der angesehenste shiitische Geistliche im Irak, Großayatollah Ali al-Husseini al-Sistani, von seinem Aufenthalt in einem Londoner Krankenhaus in den Irak zurückgekehrt ist.

Al-Sistani ist von Kuwait aus in einer Kolonne von Geländewagen in den Irak zurückgekehrt und hält sich derzeit in der südirakischen Stadt Basra auf. Am Donnerstag will er nach Najaf gehen, "um das Blutvergießen zu beenden", sagte Al-Sayyid Murtadha Al-Kashmiri, ein Repräsentant al-Sistanis in London. "Die Gläubigen, die ihn begleiten wollen sollen ihn begleiten."

Hamid al-Khafaf, ein anderer Mitarbeiter al-Sistanis in London, rief die Iraker dazu auf, "bereit zu sein... um unter der Führung al-Sistanis zur Stadt Najaf zu marschieren, um die Stadt zu retten."

Überall im Irak werden die Gläubigen über die Lautsprecher von Moscheen dazu aufgerufen, al-Sistanis Ruf zu folgen.

Auch Aws al-Khafaji, ein Sprecher al-Sadrs in der Stadt Nasiriya, zeigte sich einem Al-Jazeera-Bericht zufolge erfreut über al-Sistanis Rückkehr.

"Die Menschen begrüßen die Rückkehr seiner Eminenz Ayatollah Ali al-Sistani und jetzt sind Männer, Frauen und Kinder, in Gruppen und allein, auf dem Weg in die Stadt Najaf, um die Belagerung durch die US-Besatzungstruppen zu beenden", sagte er.

Auf die Forderung al-Sistanis angesprochen, daß die Kämpfer der al-Mahdi-Armee die Moschee verlassen sollen, sagte er: "Wir haben wiederholt zu einer friedlichen Lösung aufgerufen... aber niemand kann den Schrein verlassen, da US-Scharfschützen Stellung auf den Dächern der umliegenden Gebäude bezogen haben während überall Granaten einschlagen."

Währenddessen warnte der Polizeichef der Stadt Najaf, Generalmajor Ghalib al-Jazaari, die Menschen davor, nach Najaf zu kommen "weil ihre Feinde ihnen eine Katastrophe bereiten könnten und sie ihre Leben in Gefahr bringen könnten."

Ein AP-Bericht vom Mittwoch gibt dieser Befürchtung recht, auch wenn die Umstände deutlich anders sind, als sie al-Jazaari versucht hatte zu vermitteln.

Demnach ist bei einer friedlichen Demonstration von al-Sadr-Anhängern in der neben Najaf gelegenen Stadt Kufa das Feuer auf die Demonstranten eröffnet worden. Dabei wurden Augenzeugenberichten und Krankenhausangaben zufolge mindestens 2 Menschen getötet und 5 weitere verletzt. Al-Jazeera spricht von 16 Toten und 102 Verwundeten. Die mehreren hundert Demonstranten wollten von Kufa aus nach Najaf marschieren.

Nach Angaben von Augenzeugen kamen die mehrere Minuten dauernden Salven schwerer Waffen von einem Posten der "irakischen Nationalgarde", der, gesichert durch Betonteile, an der Demonstrationsroute liegt.

Zuvor hatte der "Gouverneur" von Najaf, Adnan al-Zurufi, gesagt, die irakischen Sicherheitskräfte hätten "alle notwendigen Maßnahmen ergriffen, um zu verhindern, daß irgendwelche Menschenmengen die Provinz betreten", da es sich um ein "Militärgebiet" handele.





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